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Verdauungsorgane


Die Verdauungsorgane und der Bauchraum

Mundhöhle

Im Mund wird die Nahrung geprüft, zerkleinert, mit Speichel eingemischt und schließlich rachenwärts befördert. Der Genuss am Essen findet überwiegend über die Sinne Riechen, Sehen und Schmecken statt. Ohne Geruchssinn schmecken viele Speisen nicht mehr, fade oder anders.

 

An der Nahrungsverarbeitung in der Mundhöhle sind beteiligt:

  • Die Zunge mit den Geschmacksknospen: zum saugen, schlucken, verteilen, schmecken, tasten. Die Zunge spielt bei der Sprachbildung eine wichtige Rolle und ist der komplizierteste Muskel.

 

  • Die Zähne: 20 Zähne im Milchgebiss und 32 Zähne beim Erwachsenen. Die Zählung der Zähne des Erwachsenen erfolgt gemäß dem folgenden Zahnschema:

 

18 17 16 15 14 13 12 11

21 22 23 24 25 26 27 28

48 47 46 45 44 43 42 41

31 32 33 34 35 36 37 38

 

Das entspricht der Lage im Kiefer:

Oben rechts

Oben links

Unten rechts

Unten links

 

  • Speicheldrüsen sondern ihr Sekret, den Mundspeichel, via Ausführungsgänge in die Mundhöhle ab. Mit Hilfe des Speichels wird die Nahrung enzymatisch vor verdaut. Der Speichel ist dünnflüssig und enthält insbesondere das zuckerspaltende Enzym a-Amylase.

 

Rachen

Durch den Rachen wir die Nahrung nach dem Schluckakt magenwärts zur Speiseröhre befördert. Dabei wird der Luftweg überkreuzt.

 

Speiseröhre = Ösophagus

Die Speiseröhre transportiert Bissen aus dem Rachen in den Magen. Dieser Transport erfolgt durch ringförmige Muskelkontraktionen = Peristaltische Wellen.

 

 

Magen = Gaster

Im Magen wird die Nahrung durch den stark sauren Magensaft (pH 1 bis 2) verflüssigt und chemisch zerkleinert. Insbesondere eiweißspaltende Enzyme erzeugen so einen Speisebrei = Chymus, welcher hin- und herbewegt und schließlich schubweise via Magenpförtner = Pylorus darmwärts befördert wird.

 

Es gibt 3 Faktoren, die zur Förderung oder Hemmung der Produktion von Magensaft führen:

 

Reflektorische Phase F

Beim denken an Essen, riechen und sehen von Essen, beim schmecken und beim kauen. Bei Hunger und Appetit.

Gastrische Phase F

Während des Verweilens von Nahrung im Magen

Intestinale Phase H

Dünndarmfüllung hemmt reflektorisch die Zersetzung des Chymus im Magen

 

 

 

Anatomisch wird der Magen folgende Abschnitte eingeteilt:

  • Kardia (Eingang)
  • Fundus (oben)
  • Corpus (mittlerer Teil)
  • Antrum (unten)

 

Die Schleimhaut des Magens zeigt tiefe Falten und wird durch einen zähen Magenschleim gegen Selbstverdauung geschützt. Tief in der Schleimhaut sitzen hoch spezialisierte Drüsen, welche gleichermaßen Schleim und Salzsäure sowie eiweißspaltende Enzyme produzieren und sezernieren.

 

Beim Übergang vom Magen in den Darm via Pförtner = Pylorus wechselt der pH-Wert radikal von stark sauer im Magen zu schwach basisch im Dünndarm. Bikarbonat des Dünndarms und der Bauchspeicheldrüse puffert hierbei die Magensäure.

 

 

 

Dünndarm = Intestinum tenue

Im Dünndarm findet die eigentliche Verdauung und Aufnahme der Nahrungsbestandteile statt. Die Nährstoffe werden durch weitere Verdauungssäfte von Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase weiter enzymatisch aufgespalten und schließlich resorbiert.

 

 

Der Dünndarm gliedert sich in 3 Abschnitte:

  • Zwölffingerdarm = Duodenum
  • Leerdarm = Jejunum
  • Krummdarm = Ileum

 

Seine Gesamtlänge beträgt 3 bis 5 Meter, was in Abhängigkeit von der Kontraktion der Muskulatur stark schwankt.

 

 

 

Die Resorption des Darminhalts wird durch eine extreme Oberflächenvergrößerung erleichtert. Durch Fältelung, Zotten und Villi erhält der Dünndarm eine Innenoberfläche von ca. 350 bis 400 m2. Die zweischichtige Muskulatur ermöglicht eine peristaltische Welle sowie eine Pendel- und Segmentationsbewegung des Chymus.

 

Bauchhirn

Dünn- und Dickdarm sind stark von Nervenzellen = Plexi durchzogen. Diese sind der

  • Plexus Auerbach und der
  • Plexus Meißner.

 

Der Aufbau und Stoffwechsel dieser Plexi ähnelt dem der Nervenzellen im Zentralen Nervensystem, die Anzahl der Nervenzellen im Darm überwiegt der des Gehirns. Aus diesem Grund wird das Darmwandnervensystem auch „Bauchhirn“ genannt.

 

 

Dickdarm = Kolon

Der Dünndarm geht an der Bauhin’schen Klappe in den Dickdarm über. Damit ändern sich zahlreiche Verhältnisse radikal:

·         Größerer Durchmesser

·         Reichhaltigere Darmflora

·         Veränderte Darmbeweglichkeit

·         Längere Verweildauer des Darminhalts

 

Der Dickdarm gliedert sich in 6 Abschnitte:

  • Blinddarm mit Wurmfortsatz = Appendix
  • Aufsteigender Dickdarm
  • Querverlaufender Dickdarm
  • Absteigender Dickdarm
  • Sigmaschleife
  • Rektum mit Anus

 

 

Hauptaufgabe des Dickdarms ist es, die bisher nicht verdauten Bestandteile des Dünndarms mit Hilfe einer typischen Dickdarm-Bakterienflora weiter aufzuschlüsseln, um auf diese Weise weitere lebenswichtige Vitamine etc. zu produzieren. Wesentlicher Teil der Verdauungsarbeit wird im Kolon nicht mehr durch Enzyme, sondern durch die Arbeit der symbiotischen Flora geleistet.

 

Schließlich werden unverdauliche Reste im Enddarm = Rektum gespeichert und via Anus per Defäkation aus dem Körper wieder hinausbefördert.

 

 

 

Anus

Der Rückhalt des Fäzes (Stuhls) geschieht durch eine Reihe von Rückhaltemechanismen im Rektum (von oben nach unten):

  • Musculus levator ani = Muskel des Beckenbodens, der schlingenartig das Rektum verschließt. Wichtigster Schließmuskel; häufigste Ursache für Inkontinenz, wenn dieser (operativ) verletzt wird.
  • Kohlrausch-Falte = halbmondförmige Querfalte
  • Musculus spincter ani internus = Innerer Schließmuskel
  • Musculus spincter ani externus = Äußerer Schließmuskel
  • Corpus cavernosum ani = venöse Schwellkörper im Bereich des Analkanals. Ursprungsort für hämorrhoidale Leiden

 

Damit es zur Defäkation kommen kann, müssen alle diese Muskeln und Schwellkörper erschlaffen sowie die Falte verstreichen. Nur der äußere Schließmuskel ist dem Willen unterworfen, alle übrigen Mechanismen werden vegetativ gesteuert.

 

 

Bauchfell = Mesenterium und das Peritoneum

Die Bauchhöhle ist mit einem Bauchfell (Name: Peritoneum parietale) vollständig ausgekleidet. Dieses Bauchfell dupliziert sich (Name: Mesenterium) und umschließt schließlich alle in der Bauchhöhle liegenden Organe (Name: Peritoneum viscerale). Das Bauchfell schützt alle im Bauch liegenden Organe, hält die Bauchhöhle steril und produziert eine seröse Gleitflüssigkeit.