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Allergien, Autoimmun



Allergien, Überempfindlichkeitsreaktionen

Reagiert ein Mensch auf an und für sich unschädliche körperfremde Substanzen stark, spricht man von einer Überempfindlichkeitsreaktion = Allergie. Diese Unfähigkeit, nicht adäquat zu reagieren, kann angeboren oder erworben sein. Die pathologische Reaktion kann zu einer Qual oder sogar lebensbedrohlich werden.

 

Bei einem früheren Kontakt mit einem Antigen = Allergen kommt es zur Sensibilisierung. Bei erneutem Kontakt, Tage bis Jahre später, kommt es zur Ausbildung der Überempfindlichkeit.

 

Allergie,  Anaphylaxie, Atopie

Definitionen und Erläuterungen:

  • Allergie = wörtlich „anders reagieren“, gemeint ist jedoch eine unpassend starke Überreaktion des Körpers auf eine relativ harmlose Substanz. Beispiel: Hundehaare.
  • Anaphylaxie = „überall“; genauer: „am Stamm aufwärts“. Spezielle Form der Allergien (Soforttyp) mit besonders heftigen Reaktionen, die sich systemisch (im ganzen Körper) abspielen können.
  • Atopie = wörtl. „Seltsamkeit“. Zusammenfassung für alle „seltsamen“, kaum erklärlichen Krankheiten.

 

 

 

Zu den Allergien:

  • Im Sprachgebrauch wird der Begriff „Allergie“ heute oft verwendet, auch wenn gar keine Allergie vorliegt. Der Begriff ist zu einer umgangssprachlichen Floskel geworden.
  • Im deutschen Sprachraum versteht man unter einer Allergie eine spezielle Sensibilisierung, bei der Antikörper im Blut vom Typ IgE eine wichtige Rolle spielen. (IgE = Immunglobulin vom Typ E)
  • Eine Variante der Allergie wird Nahrungsmittelüberempfindlichkeit genannt. Hier reagiert das Immunsystem zwar auf einen Auslöser, IgE tritt aber nicht vermehrt auf. Nur im Labor können diese beiden Formen unterschieden werden.
  • Im anglo-amerikanischen Sprachraum werden beide oben genannten Erscheinungsbilder gemeinsam als „Allergie“ bezeichnet.
  • Die Allergien und Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten treten durch die vielen chemischen Substanzen und stark veränderten Lebensmittel immer häufiger auf. Immer mehr Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, haben ein sehr schwaches Immunsystem mit einer hohen Allergieneigung.
  • Milch und Milchprodukte sind häufige Allergieauslöser. Sie fördern die Entstehung des Leaky gut Syndromes (wörtlich: „Löcheriger Darm Syndrom“).

 

Zur Anaphylaxie:

  • Bezeichnung für Allergien vom Soforttyp. Relativ bekannt ist der Terminus „Anaphylaktischer Schock“ (kann z. B. nach einem Wespenstich auftreten), der stets eine lebensbedrohliche Situation beschreibt. Hier ist grundsätzlich medizinische Intervention erforderlich, so dass kein ambulant Praktizierender, auch nicht der Arzt, auf einen Notruf verzichten darf. Notarztwagen und Krankenhäuser sind mit Medikamenten ausgestattet, die durch Unterdrückung der Histaminreaktion im Körper die lebensbedrohliche Notlage beseitigen können. Es werden Antihistaminika gespritzt.

 

Zur Atopie:

  • Allergisches Asthma bronchiale, Neurodermitis, Urtikaria, Nahrungsmittelallergien, Ekzeme, Milchschorf, allergischer Schnupfen, allergische Enteritis, allergische Konjunktivitis und viele weitere Krankheiten sind aus der Sicht der Medizin „unerklärlich“, weil sie unsinnig übertriebene Reaktionen auf einen kleinen Auslöser darstellen.
  • So gibt es keinen Sinn, auf einen verhältnismäßig kleinen Wespenstich (obiges Beispiel) am gesamten Körper zu reagieren und vielleicht sogar die Atemwege zuschwellen zu lassen. Atopische Erkrankungen werden immer häufiger.
  • Atopia = Ungewöhnlichkeit, Seltsamkeit.

 

 

 

Klinisch werden 4 Typen unterschieden:

Allergische Reaktion vom Typ I = Soforttyp

Die Reaktion auf ein Allergen entsteht innerhalb von Minuten. Es kommt zu einer heftigen Reaktion an der Haut oder Schleimhaut mit Juckreiz.

 

Wieso einige Menschen diese Reaktion ausbilden und andere nicht, gilt offiziell bis heute als unklar. Man nennt sie daher Atopiker. 10 bis 20% der Bevölkerung sind derzeit betroffen.

 

Achtung, Anaphylaxie:

  • Es kann zu lebensbedrohlichen Reaktionen kommen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Insbesondere Erstickungsanfälle können zum Tod führen.
  • Besteht die Vermutung eines allergischen Schocks, darf keine Minute gewartet werden, bis Rettung gerufen wird.
  • Den Betroffenen mit den Beinen erhöht lagern und beruhigen! Hilfe abwarten.

 

 

 

Allergische Reaktion vom Typ II = Zytotoxischer Typ

Bei Transfusion einer falschen Blutgruppe kommt es zu dieser Reaktion. Die Folge ist eine Hämolyse innerhalb der nächsten Stunden.

 

 

Allergische Reaktion vom Typ III = Immunkomplextyp

Ohne jegliche Aufnahme von Stoffen können im Körper zirkulierende Komplexe untereinander zu allergischen Reaktionen führen. Nieren, Gelenke, Haut, Herz und andere Organe können betroffen sein. Die sichtbare Reaktion (Entzündung, Degeneration) tritt schleichend ein.

 

 

Allergische Reaktion vom Typ IV = Verzögerter Typ

Abstoßung von Transplantaten (Nieren, Haut etc) aber auch Nickelallergien werden hier zugeordnet. Es werden Zytokine ausgeschüttet, die zum Untergang von zum Beispiel transplantierten Organ führen.

 

 

Hinweis:

Neben dieser eher klinischen Aufteilung lässt sich eine immer höhere „Allergiebereitschaft“ beobachten. Die Frage, woher das kommt, ist brennend, denn die Lebensqualität großer Teile der Bevölkerung ist leicht bis schwer dadurch in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn der Betreffende nicht unbedingt als „krank“ eingestuft werden muss.

 

Belastungen der Landwirtschaft und Mastbetriebe mit Chemikalien und Medikamenten aller Art und eine immer stärkere Verbreitung von Umweltgiften und Medikamentenrückständen führen dazu, dass jeder Einzelne ein einzigartiges Versuchslabor für Wechselwirkungen zwischen Hunderten bis Tausenden von chemischen Substanzen wird. Nicht jedes Immunsystem ist dem gewachsen.

 

Hinzu kommen Belastungen, denen man sich „freiwillig“ unterzieht wie Rauchen, Alkohol, falsche Ernährung, Missbrauch von Modedrogen, ungesunde Lebensführung etc.

 

 

Autoimmunkrankheiten

Das Immunsystem hat die Aufgabe, auf der einen Seite körperfremdes Eiweiß abzuwehren und zu phagozitieren, um so die eigene Integrität zu wahren. Auf der anderen Seite darf körpereigenes Gewebe nicht attackiert werden. Diese Unterscheidung erbringen die B- und T-Lymphozyten, welche an ihren „Prägungsorten“ (Blut und Thymus) diesbezüglich „geschult“ werden.

 

Das Nicht-Vorgehen gegen körpereigenes Eiweiß wird Immuntoleranz genannt. Bricht diese Immuntoleranz zusammen, spricht man von Autoimmunkrankheiten oder Autoaggressionskrankheiten.

 

Klinische Beispiele hierfür sind:

  • Diabetes mellitus Typ I
  • Chronische Polyarthritis (Gelenkentzündung)
  • Chronische Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)

 

Im weiteren Sinne gehören dazu auch:

  • Allergien
  • Nahrungsmittel­überempfindlichkeiten
  • Neurodermitis
  • Die Folgen von Chemotherapie wegen Unterdrückung des Immunsystems
  • Die Folgen von Chemikalienüberlastung wegen Überlastung des Immunsystems.