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Depression, Schizophrenie



Psychische Krankheiten

 

Depression

Zitat eines Schriftstellers:

Der amerikanische Romancier William Styron beschrieb in seinen 1990 erschienenen Lebenserinnerungen seinen Gemütszustand während einer depressiven Phase ungeschönt und erschreckend nüchtern: "Er (der Psychiater) fragte mich, ob ich an Selbstmord denke, und widerstrebend gab ich das zu. Einzelheiten erzählte ich nicht - das war auch nicht nötig -, sagte ihm nicht, dass die Dinge um mich her zum Umbringen da waren: Die Dachbalken luden zum Aufhängen ein, genauso die Ahornbäume; die Garage war ein Ort, um giftige Abgase einzuatmen, die Badewanne ein Gefäß, mein Blut aus den geöffneten Adern aufzufangen. Die Küchenmesser in ihren Schubladen hatten für mich eben nur den einen Zweck. Besonders verlockend erschien ein tödlicher Herzinfarkt, denn dann trug ich keine Verantwortung; und ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir absichtlich eine Lungenentzündung zu holen, mit einem ausgedehnten Waldspaziergang bei nasskaltem Wetter in Hemdsärmeln. Ebenso hatte ich einen vorgetäuschten Unfall erwogen, auf der nahen Fernstraße vor einen Lastwagen laufen ... Solche für gesunde Menschen grauenhaften Phantasien, sind dem tief depressiven Gemüt, was laszive Tagträume für Menschen mit starker Sexualität darstellen."

 

 

Zum Krankheitsbild der Depression

Der Begriff „Depression“ wird sehr unterschiedlich verwendet. Von der depressiven Verstimmung, die jeder Mensch in seinem Leben mehr oder weniger kennen lernt bis zur klinischen Manifestation einer Depression sind die Übergänge so fließend, dass es auch für den Therapeuten oft nicht leicht ist, diese zu unterscheiden.

 

Emotionale Verstimmungen, Traurigkeiten, vorübergehende Lustlosigkeit oder Sinnlosigkeitsgefühle und Ohnmachtsgefühle sind erst dann pathologisch von Bedeutung, wenn sie länger anhalten. Es kann hierbei bekannte Auslöser wie Verlust des Partners, eines Familienmitglieds oder der Arbeitsstelle geben oder auch keine.

 

Depressive Menschen klagen oft über Schlafstörungen und störendes Gedankenkreisen. Sie halten sich gedanklich viel in der Vergangenheit auf und kauen frühere Situationen wieder und wieder durch. Gedanken können auch immer wieder in der Sinnlosigkeit des Lebens schlechthin enden mit dem Nachdenken über einen Suizid (Suizidfantasien). Weiterhin kann es zu aggressivem Verhalten gegen die eigene Person kommen.

 

 

Manische Depression

Eine Sonderform ist das abwechselnde Auftreten von manischem Zustand und Depression. Insbesondere der Übergang von der Manie zur Depression ist gefährlich, da hier die Kraft ausreicht, Schäden gegen die eigene Person anzurichten.

 

 

Manie

In der Manie kommt es zu Selbstüberschätzungen, Angetriebenheit, Kaufrausch, Redefluss, sexueller Enthemmung, begeisterter Laune etc. Der Kranke schließt Verträge ab, macht die Nächte durch, redet extrem viel und sieht sich im Mittelpunkt aller Geschehen.

 

Eine Manie führt oft zu Arbeitsunfähigkeit; im leichten Zustand einer Manie (Hypomanie) dagegen kann sogar gesteigerter Ideenreichtum zu besonders guten Arbeitsergebnissen führen.

 

 

Therapie

  • Bei der Depression, Manie und Manischen Depression ein Klinikaufenthalt in schweren Fällen unumgänglich, schon aus Gründen des Schutzes der erkrankten Person. Ein manischer Mensch wird jedoch alles unternehmen, um aus der Klinik zu entweichen oder seine Einweisung zu boykottieren.
  • Antidepressiva gehören zur Standarttherapie.
  • Wer heute in der Sprechstunde in Tränen ausbricht, läuft Gefahr, ein Psychopharmakon verordnet zu bekommen, z. B. Zoloft mit den Nebenwirkungen Übelkeit, Schwindel, Anorexie, Tinnitus, Schlafstörungen, sexuelle Störungen, Blutbildveränderungen, Gewichtszunahmen, Manie, Menstruationsstörungen, Gynäkoomastie, Zähneknirschen, Spasmen, Urtikaria, Leberversagen, Angst, Psychosen, Allergische Reaktionen, Migräne, Koma, ...
  • Das pflanzliche Antidepressivum erster Wahl ist Johanniskraut = Hypericum officinalis. Diese Pflanze ist ein ausgesprochener „Lichtfänger“ und bringt auch Licht in die verdunkelte Psyche.
  • Bewegung, Sport, Yoga, Gespräche, Gesprächstherapie etc. sind geeignet, eine Depression in den Griff zu bekommen oder sogar auszuheilen.
  • Der Verlust eines geliebten Menschen kann in die Krankheit hinein führen. Neue soziale Bindungen, auch zu Tieren, kann ein wunderbarer Ausweg sein.
  • Weitere interessante Ansätze zur Therapie beschreibt David Servan-Schreiber in seinem Buch „Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente“. Dort geht er unter anderem auf die Bedeutung von mentaler Konzentration, Vitaminen und Licht ein, und wie ein Mangel zu Depression führen kann.

 

 

 

Schizophrenie

Zum Krankheitsbild der Schizophrenie

In der Schizophrenie werden die eigenen psychischen und psychischen Grenzen nur noch gestört wahrgenommen. Der Erkrankte kann zwischen seinen eigenen Gedanken und den Gedanken anderer nicht mehr unterscheiden, hört fremde Stimmen oder erkennt sein eigenes Ich nicht mehr. Fremde Stimmen können in das eigene Handeln massiv eingreifen und auffordern werden. Eigene Körperteile können als fremd wahrgenommen werden. Es entsteht unendlich viel Unsicherheit, Leere und Angst.

 

Die Schizophrenie verläuft oft in Schüben.

 

Ursachen können Medikamente und Drogen sein, die auf die Psyche eine Wirkung haben.

 

Therapie:

  • Medikamentös
  • Psychotherapie
  • Schwierig, sehr komplex

 

Einen tiefen Einblick gibt das Buch von Oliver Sacks mit dem Titel „Der Tag, an dem mein Bein fort ging“, in dem er nach einem Wanderunfall in der Schweiz einen Teilzustand dieser Krankheit erlebte und sehr detailliert beschreibt. Sein eigenes Bein empfand er nicht mehr nur als fremd, sondern sogar als ekelig und forderte die Krankenschwester mehrfach auf, dieses fremde Ding aus seinem Bett zu entfernen.

 

Zahlreiche Beschreibungen von psychischen Erkrankungen gibt Oliver Sacks in u. a. seinem Buch „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte.“ Dieser Klassiker ist packend spannend geschrieben. Jedoch sind alle therapeutischen Empfehlungen von ihm rein schulmedizinisch und medikamentös beschränkt.

 

 

Anorexia nervosa und Bulimie

Die „Magersucht“ und die „Fress-Kotz-Sucht“ sind in zivilisierten Gesellschaften immer stärker verbreitet. Insbesondere junge Frauen leiden zunehmend unter den wahrgenommen Anforderungen bezüglich ihres Aussehens und ihrer Wirkung auf die Umwelt. Das Bedürfnis nach einem bestimmten Körperumfang oder Gewicht steht oft in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Erscheinungsbild.

 

Von Anorexie spricht man vielleicht unangemessen schon ab einem Körpergewicht von 15% unter Normalgewicht. In der Krankheit magert der Körper bis zum physischen Zusammenbruch ab; typischer Weise kommt es zum Ausfall der Mensis und das Gesicht magert nicht ab. Manchmal kommt es zu übersteigerter sportlicher Aktivität, um den Körper auf Linie zu halten.

 

Bei der Bulimie kommt es abwechselnd zu ungezügelten Fressorgien gigantischer Mengen, die dann wieder mit Abführmitteln, Gewichtszüglern etc. beantwortet werden. Weiterhin wird das Erbrechen herbeigeführt, was unter anderem zu Reizungen der Speiseröhre führt. Diese Krankheit kann sehr teuer sein.

 

 

 

 

 

 

 

Psychosen

Es werden organisch begründbare von nicht organisch begründbaren Psychosen unterschieden.

  • Organisch begründbar ist alles, was durch Unfall, Missgeburt, Hirnschäden, Alkohol, Medikamente, Infektionen und hormonelle Störungen verursacht wurde.
  • Nicht organisch begründbar sind Schizophrenie, Manie, Manische Depression und sogenannte Psychotische Depression (Melancholie) sowie Mischungen daraus, auch wenn das soziale Umfeld mit zu diesem Umstand beigetragen haben sollte (Bedingungsgefüge).
  • Auch Psychosen können zu somatischen Folgekrankheiten führen. Medikamentöse NW müssen im Auge behalten werden.

 

 

Neurosen

Einteilung:

  • Medizinische Definition:  Psychische Störung ohne Erkrankung des Nervensystems. Bsp: Angstneurose (Angst ohne Grund), Hysterie (Persönlichkeitsstörung), Zwangsneurose (Zwangshandlung, Zwangsgedanken), ...
  • Psychoanalytische Definition: Psychische Störung auf Grund von Verdrängungen, ...
  • Neurosen liegen per Definition keine organischen Störungen zu Grunde, auch wenn sie zu somatischen Krankheiten führen können.
  • à Die Klassifikation der Neurosen ist derzeit uneinheitlich.

 

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom = ADS = Hyperaktivitätssyndrom

Hyperaktivität wird bei Kindern im schulpflichtigem Alter immer häufiger beobachtet. Auch wenn die Ursache offiziell als unbekannt gilt, geben namhafte Autoren der Ernährung viel Beachtung. So stehen Fastfood, Softdrinks, der Geschmacksverstärker Glutamat und der Süßstoff Aspartam in Verdacht, dieses Syndrom zu fördern. Ebenso können zahlreiche Impfungen im frühen Kindesalter ADS Vorschub leisten.

 

Ritalin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (in Deutschland) und bedarf daher einer speziellen Verordnung.

 

Kinder mit ADS haben häufig auch als Erwachsene große Schwierigkeiten. Zum einen waren sie oft Schulversager mit schlechten Startbedingungen und entsprechendem mangelnden Selbstwertgefühl, zum anderen haben sie kaum ein soziales Verhalten geübt, was sich in fehlender Selbstkontrolle und Ruhelosigkeit äußert.

 

Viele Fernsehsendungen sind in ihrem Aufbau so gestaltet, dass „Ruhelose“ durch ständigen Bilder- und Handlungswechsel beschäftigt bleiben in dem Versuch,  den Sender möglichst nicht zu wechseln. In Actionfilmen, Shows und Werbespots ist ADS als Spiegelbild teilweise erkennbar.