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Krankheiten der harnableitenden Wege




Zystitis = Blasenentzündung

Symptome:

  • Die klassischen Symptome sind vielen Menschen, insbesondere Frauen, aus eigener Erfahrung bekannt. Es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf, die Blase „drückt“, tags und vor allem nachts muss öfters Wasser gelassen werden, und alles ist so lästig, dass immer weniger getrunken wird, um dem schmerzhaften Harndrang Einhalt zu gebieten.

 

Ursachen:

  • Meistens sind es Kolibakterien aus dem Darm, die in die Harnröhre und damit in die Blase gelangt sind, aber auch Chlamydien, Viren, Pilze. Frauen mit wechselnden Geschlechtspartnern haben häufiger eine Zystitis, Unhygiene der Männer fördert diese ebenso wie unklare Beziehungsgefüge.
  • Nach Antibiotikagaben ist das gesamte Milieu oft so gestört, dass es zur Zystitis kommen kann. Ebenso nach Zytostatikatherapie, Bestrahlungen etc.

 

Therapie:

  • Viel trinken, insbesondere gutes „leeres“ Wasser! Weiterhin siehe auch à Nierenentzündung.
  • Klassischer Weise werden rasch Antibiotika verordnet. Nachdem die Symptome abgeklungen sind, ist das Milieu für das Auftreten der nächsten Zystitis bereitet. Es schließt sich ein therapeutischer Teufelskreis, in dem immer stärkere = breitere Antibiotika verordnet werden.

 

 

 

Nierenentzündung

Die verschiedenen Arten der Nierenentzündungen lassen sich vom Laien nicht unterscheiden, und auch der Arzt oder Heilpraktiker benötigt diagnostische Untersuchungsmethoden wie Labor, Röntgen oder ähnliches.

 

Unterschieden werden:

  • Nierenentzündung = Glomerulonephritis
    • Eine Entzündung der Glomeruli = dem 1. Kapillarknäuel, welches aus dem Blut den Primärharn erzeugt und der Nephren = dem 2. Kapillarknäuel, welches durch Rückgewinnung aus dem Primärharn Wasser, Salze und lebenswichtige Stoffe zurück gewinnt, um schließlich Endharn zu erzeugen. (Der Endharn gelangt in die beiden Nierenbecken.)
  • Nierenbeckenentzündung = Pyelonephritis
    • Eine Entzündung von Nephren und Nierenbecken gemeinsam.

 

 

Symptome:

Sowohl bei der Glomerulonephritis als auch bei der Pyelonephritis  kommt es häufig zu den typischen Nierenschmerzen: Druck oder tiefer, dumpfer Schmerz in der „Nierengegend“, also im mittleren Rückenbereich.

 

Klassische Ursachen / Erreger sind:

  • Bakterien, die via Harnleiter durch die Blase nach oben in die Nieren aufsteigen. Frauen sind wegen der kürzeren Harnröhre grundsätzlich stärker gefährdet als Männer, fördernd wirken lokale Hygieneartikel, Hygienesprays, Unhygiene des Mannes beim Geschlechtsverkehr und hormonell gestörtes Milieu (durch die Pille etc.)
  • Kinder beiden Geschlechts in der Zeit, in der sie Windeln tragen, speziell Einwegwindeln
  • Alle mechanischen Hindernisse wie Steine, Wandernieren, Fehlbildungen wirken begünstigend
  • Unterkühlung (z. B. langes Motorradfahren ohne „Nierengurt“).
  • Weiterhin sind Frauen während der Schwangerschaft häufiger betroffen, wobei hier Bakterien keine Rolle spielen müssen, sondern mechanisch abgeklemmte Harnleiter und der allgemeine Platzmangel im Bauch krankheitsbegünstigend sein kann
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus, da das Abwehrsystem oftmals übergeordnet geschwächt ist
  • Erreger können über den Blutweg in die Nieren gelangen. Da sie quasi „von oben absteigen“, wird diese Form eine „absteigende Infektion“ genannt. Alle Erreger über die Harnleiter kommen „von unten“, man nennt sie daher „aufsteigend“.

 

Symptome:

  • Neben den klassischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, ggf. hohes Fieber (oder auch kein Fieber), Übelkeit, Erbrechen etc., die eigentlich kaum an eine Nierenentzündung denken lassen, können auch hinweisgebende „Nierenschmerzen“ vorliegen, oder ein starkes Ziehen aus der Nierengegend in die Hoden bei Männern oder in die Schamlippen bei Frauen. Liegt das letzte Symptom vor, ist die Diagnose bereits sicher. Sie kann durch den einfach „Klopfschmerz-Test“ erhärtet werden.

 

Therapie:

  • Ganz gleich, welche Ursache vorliegt, sollte stets viel getrunken werden, wobei „Nieren-Blasen-Tees“, die es überall fertig zu kaufen gibt, oder auch einzelne Nierenkräuter wie Brennnessel, Goldrute etc. hervorragende Dienste leisten. Antibiotika werden die Symptome zwar beseitigen, auch Bakterien werden möglicher Weise ausgerottet, die Ursache jedoch verschwindet nur selten. Auf Grund des Wegfalls von Schmerzen wird die Pflege der Nieren (viel trinken, Wärme hinzuführen) vernachlässigt, was Rezidive häufig nach sich zieht.

 

 

 

Geschlechtskrankheiten

Syphilis = Harter Schanker

Definition und Ursachen:

(In Deutschland) meldepflichtige Geschlechtskrankheit mit dem Bakterium Treponema pallidum.

Meist wird die Syphilis beim Geschlechtsverkehr übertragen. Erkrankte Frauen können auch ihr Kind anstecken (= Syphilis connata)

 

Symptome:

Schon wenige Stunden nach der Infektion lassen sich Erreger im Blut nachweisen. Nach 3 Wochen bildet sich an der Eintrittsstelle (Genitalien, Mund, Anus) ein schmerloser  Ulkus, der auch harter Schanker genannt wird, jedoch wieder verschwindet.

 

Sollte die Krankheit nicht behandelt werden, kommt es im Verlauf der folgenden Jahre zu schillernden Symptomen, die immer weniger an eine Geschlechtskrankheit denken lassen: Hautausschläge, nässende Pusteln, Schleimhautentzündungen, Knochenerkrankungen, Nasen- und Gaumenerkrankungen etc. Auch diese Erscheinungen verschwinden weitgehend wieder, die Krankheit scheint geheilt zu sein.

 

Nach weiteren Jahren kommt es zum Untergang von grauer Hirnsubstanz und Rückenmark, zur Zerstörung der Muskulatur, des Bindegewebes und zum Aufplatzen von Blutgefäßen. Es kann bis zu 30 Jahren dauern, bis sich das Vollbild der Syphilis aufgebaut hat.

 

Therapie:

Die Gesundheitsämter vieler Länder sind bemüht, ggf. auch anonym durch die Gabe von geeigneten Antibiotika den Betroffenen möglichst bald Hilfe zukommen zu lassen, um diese Krankheit einzudämmen.

 

Komplikationen:

  • Unbemerkter Verlauf.
  • Spastische Lähmungen im Spätstadium, Rückenmarksschwindsucht mit vielfachen Organstörungen (Tabes dorsalis)

Nachlässigkeit und Ignoranz sorgen erheblich für die Verbreitung der Krankheit.

 

Differentialdiagnose:

„Die Syphilis ist der Affe unter den Krankheiten, da sie zahlreiche Krankheiten nachäfft und mit ihnen verwechselt werden kann.“

 

 

Gonorrhoe = Tripper

Häufigste (und in Deutschland meldepflichtige) Geschlechtskrankheit.

 

Definition und Ursache

Kontakt- oder Schmierinfektion der Schleimhäute von Urethra, Zervix, Rektum, Rachen oder Bindehäuten der Augen sowie der Vagina mit Neisseria gonorrhoeae = Bakterien, die meist durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

 

 

 

Symptome:

Bei der Frau:

·               Kaum Symptome zu Beginn

·               Fluor

·               später hochgradige Entzündung der Ovarien, Eileiter und des Uterus mit kolikartigen Schmerzen.

 

Beim Mann:

·               Schmerzhaftes Wasserlassen, eitriger morgendlicher Ausfluss (der sogenannte Bonjour-Tropfen)

·               später Samenleiterentzündung und Prostatitis.

 

Spätfolgen sind bei unbehandelter Gonorrhoe:

·               Gehirnhautentzündung

·               Entzündung des Herzens

·               Gelenkentzündung

 

 

Therapie:

·               Antibiotika so bald wie möglich!

·               „Früherkennung ist die beste Therapie“

 

 


AIDS (Aids) und HIV:


Kaum eine andere Krankheit ist so stark emotionsgeladen und stigmatisiert


wie AIDS.


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HIV

= Human Immunodeficiency Virus = menschliches Immunschwäche-Virus


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AIDS

= Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbenes Immundefektsyndrom


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Kaposi-Sarkom

(sprich: "Kaposchi") ist eine vor allem im Zusammenhang mit


AIDS auftretende Krebserkrankung der Haut:



AIDS bezeichnet eine spezifische Kombination von Symptomen, die beim


Menschen in Folge der durch Infektion mit dem HI-Virus induzierten


Zerstörung des Immunsystems auftreten.



Diese Symptome bestehen aus Sekundärinfektionen (auch opportunistische


Infektionen genannt), unter anderem auch dem Karposi-Syndrom und


Lungenentzündungen.



Aids wurde 1981 von der Weltgesundheitsorganisation WHO als eigenständige


Krankheit anerkannt und tritt in Gestalt einer Pandemie auf. Die


WHO schätzt die Anzahl der 2006 an Aids Verstorbenen auf etwa drei Millionen


Menschen, mit rund 40 Millionen lebenden Infizierten und 4,5


Millionen Neuinfektionen pro Jahr. Der Anteil der HIV-Infizierten liegt


weltweit durchschnittlich bei etwa 1 % der 15- bis 49-jährigen,


erreicht in einzelnen afrikanischen Staaten jedoch Werte um 20 %.



Das HI-Virus wird mit den Körperflüssigkeiten Blut, Sperma, Vaginalsekret,


Liquor und Muttermilch übertragen. Potentielle Eintrittspforten


sind frische, noch blutende Wunden in Schleimhäuten (Bindehaut, Mund-,


Nasen-, Vaginal- und Analschleimhaut) .



Homosexuelle Männer gelten als Risikogruppe, da häufige Partnerwechsel und


Analverkehr dort weit verbreitet sind. Wie hoch das Risiko beim


Geschlechtsverkehr ist, hängt vor allem von der Viruslast in der


Samenflüssigkeit, im Scheidensekret und im Blut ab. Diese ist unmittelbar


nach der Infektion, bevor sich Antikörper gebildet haben, besonders hoch.


Bluttransfusionen bergen ebenfalls das Risiko einer HIV-Infektion,


Routineüberwachungen der Blutspender, wie sie in Deutschland seit 1985


durchgeführt wird, reduzieren dieses jedoch stark.



Das Risiko einer Infektion eines Kindes durch eine HIV-infizierte Mutter


während der Schwangerschaft oder während der Geburt wird auf 10


bis 30% geschätzt. Bei bekannter HIV-Infektion der Mutter kann das Risiko


einer Übertragung auf das Kind durch Kaiserschnitt vermindert


werden.



Vor allem in der Anfangszeit der Epidemie infizierten sich viele


intravenös-Drogenabhängige durch die gemeinsame Nutzung von


Injektionsnadeln.



Auch Ärzte und Pflegepersonal haben ein gewisses Risiko der Ansteckung bei


Nadelstichverletzungen im OP oder nach Punktionen an infizierten


Patienten.