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Schock, Erste Hilfe
Schock und Reanimation
Jeder Schock ist ein Notfall! Schon beim Verdacht auf Schock so handeln, als ob es sich um einen Schock handelt.
Keine Zeit verlieren! Dennoch: Ruhig und besonnen handeln!
Kreislaufschock
Entstehungsgeschichte:
Durch einen akuten Auslöser entsteht ein plötzliches Missverhältnis zwischen dem vom Herzen gepumptem Blut und peripher erforderlicher Durchblutung. Die Folge ist eine Verminderung der Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und entsprechendem, zunächst reversiblen hypoxischen Zellstoffwechsel. Anfangs wird dieser Zustand durch Kreislaufzentralisation kompensiert, später jedoch folgt als Gegenregulation die (fatale!) Dezentralisation.
Ursachen und Symptome:
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1
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Hypovolämischer Schock durch Blut- oder sonstigen Flüssigkeitsverlust
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absoluter Volumenmangel
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Blutverluste, Verbrennungen, anhaltende heftige Durchfälle, Aszites
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Kalter Schweiß, blaue Lippen, schwacher, fadenförmiger Puls,
Herz schlägt regelmäßig
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2
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Kardiogener Schock durch primäres Versagen der Herzfunktion
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relativer Volumenmangel
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Angina pectoris, Herzinfarkt, Arrhythmien, Kammerflimmern, Lungenembolie
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Kalter Schweiß, blaue Lippen, schwacher, fadenförmiger Puls,
Herz schlägt im Galopp und macht Geräusche
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3
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Septisch-toxischer Schock
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relativer Volumenmangel
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Arzneimittelvergiftung, Schwermetallvergiftung, Urämie, Blutvergiftung
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Warme Haut, normale Lippen, gespannter Puls, Herz unauffällig
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4
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Neurogener Schock
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relativer Volumenmangel
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Schädel-Hirn-Trauma, Hirnödem, Aneurysma
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Wie 3
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5
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Anaphylaktischer Schock
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relativer Volumenmangel
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Allergische Reaktion vom Soforttyp
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Wie 3
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6
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Psychischer Schock
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relativer Volumenmangel
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Unfall, Verlust, schlechte Nachricht
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Kalter Schweiß, blasses Aussehen, Herzrasen, ggf. Ohnmacht
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Schockindex:
Um die Gefährlichkeit eines Schocks einzuschätzen, wird der Schockindex ermittelt:
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Teile den Puls durch den systolischen Blutdruck.
Liegt das Ergebnis über 1, dann besteht Schockgefahr!
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140 Herzschläge bei einem RR 100/60
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140 : 100 = 1,4
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Therapie:
Immer Volumensubstitution! Entweder durch hochgelegte Beine oder über einen Venenzugang. Ausnahme: Kardiogener Schock!
Unterscheide stets:
- Kardiogener Schock = Beine tief lagern, um das Herz zu entlasten
- Alle übrigen Schocks = Beine hoch lagern, um Blut in den Kreislauf zu transportieren
Komplikationen:
Jeder Schock bedeutet höchste Lebensgefahr und muss zügig und gezielt behandelt werden!
Differentialdiagnose:
In der Regel ist die auslösende Ursache erkennbar. Falls das nicht der Fall ist, sollte schon beim geringsten Verdacht prophylaktisch behandelt werden, bis genauere Erkenntnisse vorliegen.
Erste Hilfe
Nicht nur aus rechtlichen, sondern vor allem aus ethischen Gründen ist jeder Mensch, der einen Notfall, gleich aus welchem Grund, beobachtet oder davon Kenntnis bekommt, zur Durchführung von Rettungsmaßnahmen verpflichtet, sofern er sich dazu in der Lage fühlt.
Auf Grund der Tatsache, dass Laien schneller vor Ort sind als geschultes Fachpersonal, wird seit vielen Jahren versucht, so viele Menschen wie möglich mit der Durchführung von Rettungsmaßnahmen vertraut zu machen. Führerscheininhaber sind verpflichtet, mindestens einmal einen Erste Hilfe-Kurs zu absolvieren. Berufskraftfahrer machen einen erweiterten Kurs, da sie mehr im Verkehr unterwegs sind.
Laienhilfe wird in der Regel mit einfachsten, vor Ort verfügbaren Mitteln durchgeführt.
Rettungsmaßnahmen sind:
· Feststellen des Notfalls: Verletzten ansprechen
· Notruf: Hilfe herbeirufen
· Unfallstelle sichern / Für die eigene Sicherheit sorgen!
· Verletzten bergen oder vor weiteren Schäden bewahren
· Verletzungen feststellen / Akuten Blutverlust stoppen
· Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten / durchführen
o ABCD-Regel
· Verletzen beruhigen / begleiten / beiwohnen, bis professionelle Hilfe gekommen ist
· Ggf. andere Ersthelfer entlasten oder stützen.
Die ABCD-Regel:
A
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Atemwege freimachen
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Eine Beatmung ist nur dann effektiv, wenn die Atemwege nicht durch Erbrochenes, Speisereste oder künstliche Zähne versperrt sind.
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B
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Beatmung
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Sollte Atemstillstand vorliegen: Atemspende: Mund zu Mund oder Mund zu Nase: 12 Atemspende pro Minute
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C
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Cirkulation herstellen
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Wiederbelebung durch Herzmassage
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D
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Drogen / Defibrillation
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Medikamente verabreichen, elektrische Reanimation (nur durch den Notarzt)
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Reanimationsmaßnahmen beim Auffinden einer bewusstlosen Person, sofern die Atmung ausgesetzt hat und ein Herzstillstand vorliegt:
Bei Reanimation durch einen Helfer:
- 30 x Herzdruckmassagen, dann
- 2 x Beatmen
- Und gemäß der alten Methode: 15 Herzduckmassagen, 2 x Beatmen
Bei Reanimation durch zwei Helfer:
- 10 x Herzdruckmassagen, dann
- 2 x Beatmen
- Und gemäß der alten Methode: 5 Herzduckmassagen, 2 x Beatmen
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