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Diabetes, Schilddrüse


Endokrinologische Krankheiten

Diabetes mellitus = Zuckerkrankheit

 

Zum Begriff und Definition:

  • Der Diabetiker hat eigentlich zu wenig Zucker: seine Zellen hungern trotz Überfluss.
  • Diabetes = „hindurchfließen“, mellitus = „mit Honig versüßt“. Wörtlich also „honigsüßer Durchfluss“. Gemeint ist damit, dass im Harn Blutzucker (also Glukose) auftaucht, der beim Gesunden unter normalen Umständen nicht vorkommen sollte.
  • Unterschieden werden Typ I bis Typ V. Die zwei wichtigsten sind:

 

    • Typ I = Der Insulinspiegel ist zu niedrig, es wird Insulin gebraucht. Alter Name: Jugendlicher Diabetes

 

    • Typ II = Der Insulinspiegel ist zu hoch, es braucht orale Antidiabetika. Alter Name: Altersdiabetes

 

 

Zum besseren Verständnis die beiden hauptsächlich beteiligten Hormone:

·         Insulin wird im Pankreas produziert. Da die Drüsen dort inselartige Haufen bilden, wurde das Hormon „Insulin“ genannt. Insulin wird bei Glucoseaufnahme ausgeschüttet und regt die Leber und Muskeln an, diesen rasch einzuspeichern, um das Blut von Glucoseüberschüssen zu befreien. Insulin senkt also den Blutzuckerspiegel (BZ).

  • Glukagon wird ebenfalls im Pankreas gebildet. Es hebt gemeinsam mit anderen Hormonen den Blutzuckerspiegel an, indem die Speicher aus Leber und Muskeln entleert werden.
  • Insulin und Glukagon sind Antagonisten. Da die Anhebung des Blutzuckers evolutionär gesehen eine wesentlich bedeutsamere Aufgabe war, sind hier mindestens fünf heute bekannte Hormone beteiligt, während die (evolutionär) „unbedeutende“ Absenkung des Blutzuckers nur vom Insulin alleine bewerkstelligt wird.

 

Normaler Blutzuckerspiegel = BZ (gem. WHO gültige Werte seit 201

Alte Einheit:

70 - 100 mg / dl

Neue Einheit:

3,8 - 6,4 mmol / l

  Blutzucker Meßgeräte zur Selbstkontrolle sind nicht mehr umstellbar um Irrtümer beim umrechnen zu vermeiden.

 

Ursachen und Therapie:

  • Typ I: Die Ursachen gelten als unbekannt. „Plötzlich“ sind die Inselzellen nicht mehr in der Lage, genügend Insulin zu produzieren. Es werden genetische Faktoren, Infektionskrankheiten und Pankreaserkrankungen mit Darm- oder Pankreasegeln vermutet.
  • Falsche Ernährung dürfte in jedem Fall mit beteiligt sein, ebenso Schwermetallbelastungen. Der Diabetiker muss sein Leben lang das fehlende Insulin mit Spritzen ersetzen und seinen Blutzuckerspiegel täglich mehrfach kontrollieren.
  • Gesunde Ernährung und viel Sport minderen die erforderlichen Insulindosen erheblich.

 

Zusätzliche Informationen:

  • Typ I gilt allgemein als unheilbar. Lebenslange BZ-Kontrolle und Insulingaben sind unumgänglich. Ziel sollte es jedoch sein, die Insulingaben so gering wie möglich (optimal keine) zu halten.

 

  • Typ II: Durch langandauernde Fehlernährung mit Überforderung der Insulinrezeptoren ermüden die Inselzellen und reagieren auf weitere Insulinbefehle nicht mehr adäquat mit Glucoseaufnahme. Darauf hin müssen die Inselzellen vermehrt Insulin produzieren, was sie erschöpfen lässt. Therapeutisch werden statt einer sinnvollen Ernährungsumstellung (zuckerarm, gesund, vollwertig) gerne Tabletten gegeben, welche die Resorption von Glucose im Darm hemmen, was zu neuen Mangelerscheinungen führen kann. Eine Umstellung auf gesunde, vollwertige Kost, reichlich Bewegung und Änderung der Lebensgewohnheiten kann Typ II völlig zum verschwinden bringen.

 

Symptome und Frühwarnzeichen:

  • Viele Diabetiker werden vom Augenarzt erstmals mit ihrer Diagnose konfrontiert. Mit einer Augenhintergrundspiegelung werden dramatische Verschlechterungen der Netzhautdurchblutung diagnostiziert. Der ursprünglich augengesunde Mensch stellte vorher schon eine rapide zunehmende Sehverschlechterung fest, die ihn (ggf. erstmals) zum Augenarzt führte.
  • Weitere scheinbar unbedeutende Symptome sind enormer Durst, enormes Wasserlassen, Gewichtsabnahme trotz gesteigerter Nahrungsmengen, Juckreiz, Mattigkeit und Potenz- / Menstruationsstörungen. Pilzbefall kann hinzukommen.
  • Bleiben alle diese Symptome aus oder werden ignoriert, kommt es ggf. erstmals zum Diabetischen Koma: der Mensch fällt in einen tiefen Schlaf mit typischer extrem tiefer Atmung und likörartigem Atemgeruch (Azetongeruch).

 

Komplikationen:

  • Arteriosklerose, Nierenerkrankungen, Fettleber, Erblindung, Fuß- oder Beinamputationen sind Spätfolgen.
  • Amputationen auf Grund von Nekrosen, die oftmals ganz harmlos beginnen und beim Nicht-Diabetiker komplikationslos wieder abheilen würden:
  • Druckstellen durch Schuhe, Bettlägerigkeit etc. erhöhen das Risiko der Entstehung des diabetischen Fußes,.
  • Die Lebenserwartung ist bei schlechter Therapie deutlich verkürzt.

 

Differentialdiagnose:

  • Diabetes mellitus Typ I und Typ II sind zwei verschiedene Krankheiten, auch wenn sie hier (und in der ganzen Literatur) gemeinsam besprochen werden. Insbesondere unterscheiden sich Ursachen und Therapie so gravierend voneinander, dass man beim Diabetiker vor einer weiteren Therapie stets nachfragen sollte, welche der beiden Krankheiten er hat.
  • Jüngere Menschen und Typ I-Diabetiker können die Frage nach ihrem BZ meist leicht beantworten, da sie ihn täglich mehrfach selbst messen.
  • Ältere Menschen sind damit oftmals überfordert. Letztere sind dann meistens Typ II-Diabetiker. Sie überlassen die Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels dem behandelnden Arzt.

 

 

Merke:

  • Der Name „Zuckerkrankheit“ verleitet dazu, die Krankheit als eine Störung des Zuckerhaushalts anzusehen. Es handelt sich aber stets um eine schwere Entgleisung des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels!
  • Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselkrankheit in den Zivilisationsgesellschaften mit stark steigender Tendenz.

 

 

 

Morbus Cushing = Cushing-Syndrom

Definition:

erhöhte Konzentration von Cortisol

 

Ursachen:

Die häufigste Ursache ist heute die Gabe von Cortisonpräparaten. Weitere endokrine Ursachen sind von nachrangiger Bedeutung.

 

Symptome:

·         Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Stiernacken

  • Hypertonie (in 90 % der Fälle)
  • Osteoporose, Muskelschwäche
  • bei Frauen häufig Amenorrhoe, bei Männern Potenzstörungen

 

Komplikationen:

Diabetes mellitus

 

 

Erkrankungen der Schilddrüse

Hyperthyreose

Definition:

Überfunktion der Schilddrüse mit gesteigerter Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen

 

Ursachen:

  • Entzündungen der Schilddrüse
  • Radioaktive Strahlenbelastung, z. B. Jod-Isotope
  • Adenom der Schilddrüse
  • Medikamente, welche die Schilddrüse anregen
  • Jodierte Nahrungsmittel

 

 

Symptome:

  • Von nahezu symptomlos bis zu beschleunigtem Stoffwechsel, Hypertonie, schwitziger Haut, Nervosität, Neigung zu Durchfällen
  • Struma (Frauenbilder rechts)

 

Eine Sonderform der Hyperthyreose ist Morbus Basedow mit den Leitsymptomen

  • Hypertonie, Struma, hervorstehende Augen

 

 

Therapie:

  • Schilddrüsenmedikamente zur Dämpfung der Schilddrüsenaktivität, Pflanzenheilkunde, ggf. OP beim Adenom
  • Schwermetallsanierung
  • Medikamente und jodierte Nahrung meiden, kein jodiertes Speisesalz verwenden

 

 

 

 

Zur Jodierung von Lebensmitteln:

Offiziell wird seit Jahren dringend zur Verwendung von jodierten Speisesalzen geraten, mit der Begründung, Böden jodarm seien und daher die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Jod über die Nahrungskette nicht sichergestellt sei. (Jod unter dem Mikroskop à)

 

Da unsere Nahrungsmittel heute aus der ganzen Welt importiert werden, ist dieses Argument nicht sehr schlüssig; kaum jemand ernährt sich heute noch ausschließlich mit Nahrungsmitteln aus der eigenen Region. Weiterhin sind in Mitteleuropa zahlreiche Kurorte, die für ihre jodhaltigen Quellen teilweise weltberühmt sind, was belegt, dass es in unseren Breitengraden genügend Jodvorkommen geben müsste. (Bad Homburg, Bad Füssing, Bad Pyrmont, Bad Reichenhall, Bad Gastein, Karlsbad, etc.)

 

Umgekehrt hat die weltweite Belastung der Ackerböden mit Nitrat durch Gülleeinbringung stark zugenommen. Dadurch reichert es sich im Grundwasser an und zahlreiche Trinkwässer sind heute stark nitratbelastet. Nitrat tritt in der Schilddrüse in Konkurrenz zu Jod und verdrängt es, so dass T3 und T4 nicht ausreichend gebildet werden kann. Es entsteht das Bild einer Unterversorgung der Schilddrüse mit Jod.

 

 

Ähnliches gilt für Schwermetalle wie Blei, Cadmium aus der Luft (Verbrennung von Benzin, Industrie) und aus der Zahnversorgung.

 

 

Von Endokrinologen wird daher befürchtet, dass lang anhaltende Überjodierung ähnliche Symptome hervorbringen wird wie chronischer Jodmangel. Es kommt dazu durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt, beim Bäcker als Zutat, in der Viehzucht bei der Fütterung, in der Milchwirtschaft im Kraftfutter, als Lecksalz für das Wild und sogar als undeklarierter Zusatz in der biologischen Milchwirtschaft, so dass nicht nur konventionelle Milchprodukte, sondern sogar biologisch erzeugte Milchprodukte leider fast immer Jodzusätze enthalten.

 

Bei Jod – Allergikern werden zunehmend Jodakne und weitere allergische Hautreaktionen beobachtet. Insbesondere Kinder können auf Überjodierung mit Hyperaktivität reagieren.

 

 

 

 

Hypothyreose

 

Definition:

Unterfunktion der Schilddrüse

 

 

Ursachen:

·         Jodfehlverwertung, Schwermetallbelastungen

  • Strahlenbelastungen, angeborene Störungen

 

Symptome:

Struma, Antriebsschwäche, niedriger Blutdruck, schlechter Stoffwechsel

 

Therapie:

  • Jodgaben, falls man im sog. Jodmangelgebiet lebt
  • Schwermetallausleitung

 

Komplikationen:

Gute Rückbildungsmöglichkeit

 

 

1) Kohlenhydrate - Wichtigster Energielieferant

Grundbestandteile: C, H, O *

 

 

 

Der kleinste Baustein der Kohlenhydrate (KH) ist ein Monosaaccharid.

 

 

 

Fructose

(Fruchtzucker)

gehören zu den ...

Glucose

(Traubenzucker)

      Monosacchariden

Galactose

(Spaltprodukt der Lactose)

      (Einfachzucker)

 

 

 

Maltose

(Malzzucker)

gehören zu den ...

Saccharose

(Rohrzucker)

      Disaccharide

Lactose

(Milchzucker)

      (Zweifachzucker)

 

 

dazwischen nennt man sie ...

 

 

      Oligosaccharide

 

 

      (Kurze Zuckerketten)

Stärke

(verdauliche KH)

gehören zu den ...

Cellulose

(unverdauliche KH)

      Polysacchariden

Glycogen

(Speicherzucker)

      (Vielfachzucker)

     
     
     

2) Eiweiße = Proteine - "Kein Leben ohne Proteine"

Grundbestteile: C, H, O, N * u.a.

 

 

 

Der kleinste Baustein der Eiweiße ist eine Aminosäure (AS).

 

 

 

 

Aminosäure

 

 

Dipeptid

wird aus zwei AS gebildet

 

Oligopeptid

wird aus bis zu 10 AS gebildet

Polypeptid

wird aus zahlreichen AS gebildet

Protein

wird aus vielen AS gebildet

(Die Begriffe befinden sich z. Zt. im Wandel: "Oligopeptid" wird seltender verwendet,

"Polypeptid" und "Protein" werden oft synonym angewandt.)

 

 

 

 

Für die Eiweißsynthese im Körper werden 20 Aminosäuren gebraucht. 10 davon kann der Körper nicht

selbst herstellen. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden und heißen daher "essentiell"

(lat. = "wesentlich").

 

 

 

 

 

Die 10 essentiellen AS des Menschen sind: Histidin, Isoleuzin, Leuzin, Lysin, Methionin,

Phenylanin, Threonin, Triptophan, Valin (und beim Kind:) Arginin.

     
     
     

3) Fette - Bester Energiespeicher

 

Grundbestandteile: C, H, O *

 

 

 

Der kleinste Baustein der Fette ist eine Fettsäure (FS). Die Endung "Glycerol" kennzeichnet

den anhängenden Alkohol.

 

 

 

 

 

Freie Fettsäure

eine FS ohne Glycerol

 

Monoacylglycerol **

eine FS gebunden an ein Glycerol

Diacylglycerol **

zwei FS gebunden an ein Glycerol

Triacylglycerol**   (Neutralfette)

drei FS gebunden an ein Glycerol

**) Die älteren Bezeichnungen lauten "Monoglycerid", "Diglycerid" und "Triglycerid".

     
     

* 4) Abkürzungen der chemischen Elemente:

 

 

 

 

H = Wasserstoff

C = Kohlenstoff

 

O = Sauerstoff

N = Stickstoff