Gliederung der Pathologie

 

Die Krankheiten werden hier wie folgt gegliedert.

 

  • Definition
  • Ursachen
  • Symptome
  • Therapie
  • Komplikationen
  • Differentialdiagnose

 

Differentialdiagnose

Mit einem differenzierten Stufenplan werden die möglichen Krankheitsursachen eines Klienten festgestellt. Hierfür werden unterschiedliche Krankheiten mit ähnlichen Symptomen verglichen und anschließend die wahrscheinlichste Diagnose durch ein Ausschlussverfahren ermittelt. Im Idealfall mündet diese Diagnose in eine passende Behandlung.

 

Beispiele aus der Praxis

Dein 67-jähriger Klient ist Pensionär, leicht adipös und unsportlich. Er klagt über wiederkehrende, plötzlich heftiger werdende Brustschmerzen.

 

Differentialdiagnose

  • Herzinfarkt
  • Angina pectoris-Anfall (Vorbote des Herzinfarkts)
  • Lungenembolie (Verschluss der Lungenarterien)
  • Verletzungen durch Sturz, Stoß oder Unfall
  • Reflux des Magens (Sodbrennen)

 

Deine 20jährige Klientin ist Event-Managerin und beschreibt heftig einsetzende, rechtsseitige Unterbauchschmerzen, die in den letzten Stunden deutlich zugenommen haben. Seit 6 Wochen ist ihre Regel ausgeblieben. Ihr ist übel und sie befürchtet, entweder schwanger zu sein oder Probleme mit dem Blinddarm oder ihren Eierstöcken zu bekommen.

 

Differentialdiagnose

  • Appendizitis (akute Blinddarmentzündung)
  • Eileiterschwangerschaft
  • Zyste im Eierstock
  • entzündliche Erkrankung im kleinen Becken (Adnexitis)

 

Weiteres Vorgehen

Du entscheidest Dich, situativ und angemessen zu handeln. Neben den Dir zur Verfügung stehenden Therapien könnte dies sein:

  • Ansprache, beruhigen, ein Glas Wasser reichen
  • zum Arzt schicken oder Rettung rufen
  • anwesend bleiben, zur Verfügung stehen

 

 

Herz- und Kreislauferkrankungen

 

Grundlagen

Als zentrale Kreislaufpumpe ist das Herz für die Blutversorgung des gesamten Körpers zuständig. Daher können herzbedingte Beschwerden in allen Körperregionen auftreten.

 

Herz- und Kreislauferkrankungen äußern sich durch eine Vielzahl von Symptomen, die leicht fehlgedeutet werden können.

 

Während Männer unter klassischen Herzsymptomen leiden, zeigen sich bei Frauen meist unspezifische Anzeichen wie Bauchschmerzen, Erschöpfung, Atemnot oder niedriger Blutdruck, die nicht sofort mit Herzproblemen assoziiert werden.

 

Verteilung der Herzinfarkt-Symptome bei Männern und Frauen

Symptome

Männer

Frauen

Brustschmerz

häufig

stark, stechend, oft in den linken Arm ausstrahlend

selten bis fehlend

legt Hand auf die Brust

häufig

selten

Atemnot / Kurzatmigkeit

selten

häufig

Übelkeit / Erbrechen

selten

häufig

Bauchschmerzen

selten

häufig

Müdigkeit

selten

häufig

Todesangst

stark ausgeprägt

eher besorgt

 

Beschwerdebilder bei Herzerkrankungen

  • Atemnot trotz geringer Anstrengung
  • Unwohlsein, Schwindel, Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • Bauchschmerzen

 

  • Herzklopfen, Herzschmerzen, unregelmäßiger Puls
  • Schmerzen in der Brust, eventuell auch in den linken Arm
  • Blaufärbung der Lippen
  • schlechte Durchblutung der Haut

 

  • geschwollene Füße, die Schuhe sind zu eng
  • geschwollene Unterschenkel
  • Fieber ohne Ursache

 

Zahlreiche Faktoren schädigen Herz und Kreislauf. Sowohl ungesunde Lebensgewohnheiten als auch psychischer Stress wirken sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus.

 

Ursachen chronischer Herzbelastungen

  • Rauchen, Alkohol, übermäßiger Kaffeekonsum
  • diverse Arzneimittel, Chemikalien, sonstige Drogen
  • diverse Infektionskrankheiten
  • Bewegungsmangel, Übergewicht
  • chronische Fehlernährung
  • körperlicher und seelischer Stress

 

Hypertonie = Bluthochdruck

Definition

Ein Bluthochdruck liegt bei dauerhaft erhöhten Werten ab 140/90 mmHg vor.

 

Liegt der diastolische Wert, also der untere Wert, konstant über 115 mmHg, handelt es sich um eine schwere Hypertonie.

 

Normwerte Hypertonie

Gesund

120/80 mmHg

Hypertonie

über 140/90 mmHg

schwere Hypertonie

Diastole > 115 mmHg

Historischer Grenzwert bis 1983

Systole = 100 plus Alter

 

Ursachen

Zahlreiche Risikofaktoren fördern die Entstehung der Hypertonie, auch wenn die Ursachen in den meisten Fällen ungeklärt bleiben. Dazu gehören alle bereits genannten allgemeinen Stressoren.

 

  • In 95% der Fälle gilt die Ursache als unbekannt. Sie wird
    Essentielle Hypertonie = Primäre Hypertonie genannt.
  • In 5% der Fälle ist die Ursache bekannt. Häufigste Ursachen sind Nierenkrankheiten, Medikamente (z. B. Cortison, Anti-Baby-Pille) und Schilddrüsenerkrankungen.
  • Lakritze in großen Mengen sowie Kuh-Milchprodukte können ebenfalls eine Hypertonie verursachen.

 

Symptome

  • meist liegen keine Symptome vor, der hohe Blutdruck ist oft ein Zufallsbefund
  • Kopfschmerzen, Schwindel, gerötetes Gesicht, Nasenbluten, Übelkeit, Sehstörungen, Ruhelosigkeit

 

Therapie

  • Lebensstil hinterfragen, ändern
  • Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung
  • Rauchen einstellen
  • Kaffee reduzieren, Stress eindämmen, Medikamente kontrollieren
  • Medikamentös:
    • Betablocker: blockieren die b-Rezeptoren des Herzens
    • Diuretika: schwemmen Flüssigkeit und damit auch Mineralien aus
    • ACE-Hemmer: hemmen das Converting Enzyme aus den Lungen à Dilatation der Blutgefäße (Hemmstoff des Angiotensin-Converting-Enzyms)

 

Komplikationen

Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Linksherzhypertrophie, Niereninsuffizienz, Sehstörungen, Erblinden durch Netzhautblutung, Gangrän

 

Differentialdiagnose

Ein erhöhter Blutdruck kann vorliegen:

  • nach intensiver therapeutischer Behandlung
  • nach körperlichen Aktivitäten wie Treppensteigen
  • morgens ist der Blutdruck meist höher als abends

Hypotonie = Niedriger Blutdruck

 

Definition

Systole < 110 mmHg (Männer) bzw. < 100 mmHg (Frauen) und

Diastole < 60 mmHg (Männer & Frauen) gemäß der aktuellen WHO-Leitlinien.

 

Normwerte WHO

Männer

Frauen

Hypotonie

unter 110/60 mmHg

unter 100/60 mmHg

 

Ursachen

  • meist ist ein niedriger Blutdruck anlagebedingt
  • junge, schlanke Frauen sind besonders häufig betroffen
  • Hypotonie gilt als ungefährlich, ist aber lästig
  • Ausnahmen: akutmedizinische Ursachen wie Blutverlust, Herzrhythmusstörungen, Fehlmedikamentation

 

Symptome

Antriebsschwäche, Schwindel, Ohnmacht, Verdauungsstörungen

 

Therapie

  • Flach hinlegen, Beine hoch lagern, Wasser anbieten
  • Korodin-Tropfen, ätherische Öle wie Rosmarin, Schwarztee, Grüner Tee, Kaffee
  • ursächlich behandeln

 

Komplikationen

  • Menschen mit niedrigem Blutdruck neigen dazu, bei rascher Lageveränderung mit Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder Ohnmacht zu reagieren.
  • Menschen mit niedrigem Blutdruck leben im Allgemeinen länger.

 

Differentialdiagnose

  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Überdosierung von Blutdrucksenkern

 

Kardiologie

 

Das gesunde Herzgewicht variiert je nach Körpergewicht und Körpergröße. Bei Männern liegt es bei 300 bis 350 g und bei Frauen bei 250 bis 300 g. Die Wanddicke der linken Herzkammer beträgt
13 bis 15 mm, die der rechten Herzkammer 3 und 5 mm.

 

Das Herz beginnt ab der 4. Schwangerschaftswoche zu schlagen. Am Lebensende wird das endgültige Aufhören des Herzschlags als eines der Todeszeichen gewertet.[1]

Pro Auswurfaktion pumpt das Herz 70 ml Blut je Herzkammer. Dies entspricht einer täglichen Blutmenge von 6.000 Litern pro Kammer. Beide Kammern bewegen gemeinsam und in Ruhe 12.000 Liter Blut pro Tag.

 

Flexible Anpassung von Schlagzahl und Schlagkraft

  • an körperliche Belastung beim Arbeiten oder Sport
  • an emotionale Zustände wie Stress oder Freude
  • bei Höhenluft, Luftfeuchtigkeit, Hitze oder Kälte
  • gemäß der aktuellen Kondition
  • bei Fieber, Krankheit, gemäß Körpergewicht
  • bei Dehydration durch Schwitzen oder Trinkmangel

 

Die Leistungen des Herzens werden meist erst wahrgenommen, wenn es seine Funktionsfähigkeit einbüßt. Dies können Unregelmäßigkeiten oder Leistungsminderungen sein.

 

Unregelmäßigkeit am Herz

Arrhythmie

Leistungsminderung am Herz

Herzinsuffizienz[2]

 

Ursachen für Herzinsuffizienz

  • Myokardinsuffizienz, siehe Seite 7
  • Klappeninsuffizienz
  • Reizleitungsinsuffizienz
  • angeborene Klappenfehler = Klappeninsuffizienz

 

Herztöne und Herzgeräusche

Bei der Auskultation eines gesunden Herzens sind die Anspannungstöne der Herzkammern sowie die Schließgeräusche der Herzklappen zu hören. Diese physiologischen Schallereignisse werden als Herztöne bezeichnet.

 

Abnorme akustische Befunde werden Herzgeräusche genannt. Je nach zugrunde liegender Störung können dabei unterschiedliche Phänomene auftreten, etwa Rhythmusveränderungen, Strömungsgeräusche, Spaltungen der Herztöne und weitere pathologische Klangbilder.

 

  • Gesundes Herz = Herztöne
  • Krankes Herz = Herzgeräusche

 

Normale, gesunde Herztöne

Erster Herzton = dumpfer Ton

Zweiter Herzton = hellerer Ton

Anspannung der Kammermuskulatur, vermischt mit den Schließtönen der Segelklappen

Schluss der Taschenklappen

 

 

Tachykardie = beschleunigter Herzschlag

Definition

Herzrhythmusstörung mit einem Anstieg der Herzfrequenz auf über 100 Schläge pro Minute; umgangssprachlich Herzrasen genannt.

 

Extreme Formen der Tachykardie

  • Kammerflattern mit 250 bis 320 Schlägen pro Minute
  • Kammerflimmern mit > 320 Schlägen pro Minute

 

Während beim Kammerflattern das Blut noch zirkuliert und der Puls tastbar ist, kommt beim Kammerflimmern der Blutauswurf zum Erliegen und es ist keine Pulswelle mehr feststellbar. Das Kammerflimmern ist mit einem Herzstillstand gleichzusetzen und muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden.

 

Kammerflimmern ist ein akut lebensbedrohlicher Notfall, der wie ein Herzstillstand mit Reanimation und Defibrillation behandelt wird.

 

 

Bradykardie = verlangsamter Herzschlag

Definition

Sinkt die Herzfrequenz auf < 60 Schläge pro Minute, liegt eine Bradykardie vor. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, wird ein Herzschrittmacher in Betracht gezogen. Häufige Auslöser der Bradykardie sind Blutdrucksenker.

 

Leistungssport

Bei gut trainierten Leistungssportlern kann häufig eine gesunde Bradykardie mit Ruhepulsen um 40 Schlägen pro Minute diagnostiziert werden.

 

 

Arrhythmie = Herzrhythmusstörung

Definition

Unregelmäßiger oder fehlender Rhythmus des Herzens, auch mit Extrasystolen.

 

Hält die Arrhythmie über lange Zeit an und beeinträchtigt die übrige Gesundheit, wird ein Herzschrittmacher (siehe Seite 10) empfohlen. Hierfür werden Elektroden in das Herz vorgeschoben, die mit mittels Impulsgenerator die Herzmuskulatur zu geregelten Kontraktionen anregen.

 

Bei jungen Menschen wird der Herzrhythmus häufig von der Atmung beeinflusst. Dies wird atemabhängige Arrhythmie genannt und stellt keine pathologische Störung dar.

 

Herz-Lungen-Verhältnis und Lebensuhr

In der Regel kommen auf einen Atemzug vier Herzschläge[3].

 

Die Beobachtung, dass Lebewesen trotz unterschiedlicher Größe und Lebensdauer auf ein ähnliches Lebenskontingent an Herzschlägen und Atemzügen kommen, legt die Vorstellung einer begrenzten, biologischen Uhr nahe. Deren schnellere Taktung könnte die Lebenszeit verkürzen.

Herzinsuffizienz = Herzschwäche

 

Definition

Geminderte Leistung des Herzens, meist durch Schwäche des Herzmuskels = Myokardinsuffizienz.

 

Extrakardiale Ursachen

Viele Ursachen für eine Herzinsuffizienz liegen außerhalb des Herzens, sie werden extrakardiale Ursachen genannt.

  • Kranke Gefäße, kranke Lungen, eine kranke Leber, ein kranker Darm und speziell ein kranker Dickdarm[4] sind die häufigsten externen Ursachen der Herzinsuffizienz.
  • Blutkrankheiten und Schilddrüsenerkrankungen sowie die Folgen eines Schocks können das Herz stark belasten.
  • Wechselwirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten; auch Herzmedikamente, die entweder zu hoch dosiert oder zu lange eingenommen wurden oder beides.

 

Kardiale Ursachen

  • im Endokard: Klappeninsuffizienz oder Klappenstenose
  • im Myokard: Herzmuskelentzündung = Myokarditis
  • im Perikard: Panzerherz durch Perikarditis
  • in den Herzkranzgefäßen: Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt
  • Reizleitungsinsuffizienz durch Blockaden reizweiterleitender Muskelfasern nach Herzinfarkt

 

Symptome

Herzstechen, Herzrasen, Unwohlsein, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Blutdruckkrisen, Schmerzen in Armen und Brust, schnelle Erschöpfung.

 

Über lange Zeit kann sich das Herz mit leichten Symptomen bemerkbar machen, ohne dass bei einer ärztlichen Untersuchung Auffälliges festgestellt würde. Damit könnte eine wichtige Phase, in der das Herz zwar schon belastet, organisch aber noch intakt ist, für die Therapie verpasst werden.

 

Therapie

So vielfältig, wie die Ursachen sein können, sollte sich jegliche Therapie hauptsächlich auf die Heilung oder Beseitigung der Ursachen konzentrieren und nicht die Symptome am Herzen verdecken.

  • Die wichtigste Therapie ist stets eine gesunde Lebensweise
  • Medikamentöse Therapie:
    • Nitroglycerin, Herzglykoside[5], Betablocker, ACE-Hemmer
    • Crataegus zur Heilung des Herzmuskels und Kardioprotektion
    • Padma Circosan gemäß der tibetischen Medizin

 

 

Linksherzinsuffizienz mit Asthma cardiale

Definition

Kontraktionsschwäche der linken Herzmuskulatur mit unzureichender Leistung des linken Ventrikels. Die Vorstufe ist fast immer eine Linksherzhypertrophie mit anschließender Gefüge-Dilatation, die Folge ist eine Volumenüberlastung des kleinen Kreislaufs.

 

Ursachen

Alle Erkrankungen des Herzens, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Hypertonie, Herzfehler

 

Symptome

  • Atemnot, insbesondere im Liegen
  • Lungenstauung
  • Zyanose, Reizhusten
  • Lungenödem, schaumiger Auswurf
  • Asthma cardiale[6]

 

Therapie

Die Standarttherapie ist medikamentös

 

Komplikationen

Hochgradiges Lungenödem mit

  • schaumigen Auswurf, Herzrasen
  • hochgradiger Atemnot, Todesangst

 

Rechtsherzinsuffizienz mit Cor pulmonale

Definition

Unzureichende Leistung des rechten Ventrikels mit Rückstau des Blutes im großen Kreislauf.

 

Ursachen

  • Herzinfarkt, Lungenembolie
  • Herzmuskelkrankheiten, Herzfehler

 

Symptome

  • Stauungen mit Ödemen an den Füßen[7] und Beinen
  • Stauungsleber, Nykturie[8]
  • Cor pulmonale[9]

 

Therapie

Die Standarttherapie ist medikamentös

 

Komplikationen

Linksherzinsuffizienz, globale Herzinsuffizienz

 

Asthma cardiale

Cor pulmonale

Linksherzinsuffizienz

Rechtsherzinsuffizienz

 

Vorhofseptumdefekt

Definition

Unzureichender Verschluss des Septums zwischen den Vorhöfen

 

Ursachen

  • meist unzureichender nachgeburtlicher Verschluss mit Pendelblut
  • Drogen, Alkohol, Adipositas

 

Angina pectoris-Anfall

Definition

Anfallsartig auftretendes Enge, Druck- oder Schmerzgefühl in der Brust

 

Ursachen

  • Arteriosklerose, Rauchen, Adipositas, Diabetes
  • vorübergehende Minderdurchblutung des Herzmuskels

 

Symptome

  • Engegefühl in der Brust mit typischer Schmerzlokalisation
  • Nitroglycerin beendet den Anfall sofort

 

Therapie

  • Medikamentös: Nitroglycerin, Betablocker
  • Meist sind bis zur Notaufnahme die Symptome bereits abgeklungen

 

Komplikationen

Jeder Angina pectoris-Anfall ist als Vorbote eines Herzinfarktes zu betrachten.

 

Differentialdiagnose

  • Herzinfarkt

Herzinfarkt

Definition

Zelltod von Herzmuskelgewebe durch länger anhaltende Minderdurchblutung von Herzkranzgefäßen

 

Ursachen

  • Arteriosklerose, Rauchen[10]
  • Adipositas, Diabetes

 

Symptome

  • Engegefühl in der Brust mit typischer Schmerzlokalisation bei Männern
  • Unwohlsein bei Frauen
  • Keine Linderung mit Nitroglycerin

Therapie

  • Notfall, Krankenhaus
  • Herzmedikamente oral, per Injektion / per Infusion
  • Herzschrittmacher

 

Komplikationen

  • Tod durch Herzversagen

Differentialdiagnose

  • Angina pectoris-Anfall

 

Angina pectoris

Herzinfarkt

Nitroglycerin hilft

Nitroglycerin hilft nicht

Herzschrittmacher

Der Begriff Herzschrittmacher wird doppelt verwendet.

  1. Physiologischer Herzschrittmacher Sinusknoten, der als Erregungsbildungszentrum des Herzens arbeitet
  2. Künstlicher Schrittmacher[11], der als elektronischer Impulsgenerator das Myokard stimuliert

 

 

Ballondilatation mit Ballonkatheter

Zur mechanischen Aufweitung einer arteriosklerotischen Arterie oder eines Herzkranzgefäßes wird eine Gefäßstütze (Stent) in das betroffene Gefäß geschoben (1).

 

Anschließend wird der Ballon aufgeblasen (2), wodurch der Stent die umliegenden Plaques in die Gefäßwand presst.

 

Ein Filter (Cava-Schirm) verhindert, dass abgelöste Partikel tiefer in die Gefäße eindringen können. Er verbleibt temporär oder dauerhaft.

 

Akute arterielle Verschlusskrankheiten

Grundsätzlich kann in jedem Gefäß oder Organ ein plötzlicher Verschluss oder eine massive Blutung auftreten. Hierzu gehören:

 

Schlaganfall

Infarkt im Kopf

Herzinfarkt

Infarkt im Herz

Lungeninfarkt

Infarkt in einem Lungenflügel

Schockniere

Infarkt in einer Niere

Raucherbein

Infarkt in einem Bein

Akuter Bauch

Infarkt der Mesenterialarterie

 

Je nach Dauer, Ausmaß und Lokalisation führt ein Verschluss zum raschen Gewebeuntergang. Dies geschieht scheinbar schlagartig und aus heiterem Himmel. Doch die Ursachen reichen jedoch oft Jahre bis Jahrzehnte zurück; frühe Warnzeichen blieben unbeachtet.

 

  • Beim Herzen ist das der Herzinfarkt, verursacht durch einen plötzlichen Gefäßverschluss = Myokardinfarkt.

 

  • Beim Gehirn ist das der Schlaganfall
    • akute Mangeldurchblutung der Blutgefäße im Gehirn (häufig)
    • Massenblutung durch einen Gefäßriss = Gefäßruptur (selten)
    • zwischen diesen beiden Formen kann vom Augenschein her nicht unterschieden werden
    • Streifung = TIA (Transitorische ischämische Attacke)[12]

 

  • Ein Embolus aus den Venen, meist aus einem Bein stammend, kann plötzlich Teile der Lungengefäße verschließen. Es folgt die Lungenembolie und anschließend der Lungeninfarkt.

 

  • Die Schockniere ist ein akutes Nierenversagen als Folge eines hypovolämischen Schocks, einer Operation, Sepsis oder Vergiftung.

 

  • Kommt es zum Verschluss in einem arteriellen Gefäß im Oberschenkel, wird dies Raucherbein genannt, da das Rauchen den Verlauf extrem begünstigt.

 

  • Der Verschluss einer Mesenterialarterie zur Versorgung der Bauchorgane zieht einen Mesenterialinfarkt nach sich.
 

[1] Todeszeichen sind Herz- und Kreislaufstillstand, EEG-Nulllinie, Totenstarre und weitere. Sie festzustellen ist ausschließlich Sache des Arztes und wird mit dem Totenschein (Todesurkunde, Sterbeurkunde; je nach Kanton) beurkundet.

[2] Insuffizienz = Schwäche, herabgesetzte Leistung

[3] Es gibt die These, dass alle Tiere von der Geburt bis zum Tod eine ähnliche Anzahl an Atemzügen und Herzschlägen haben. Pathologisch beschleunigte Atem- oder Herzfrequenzen könnten demgemäß die Lebensdauer verkürzen. Nach dieser Theorie könnte das Leben von Tieren und Menschen nach gut
3 Milliarden Herzschlägen oder 800 Millionen Atemzügen enden und die biologische Uhr abgelaufen sein.

[4] Roemheld-Syndrom; siehe Verdauungsorgane

[5] Herzglykoside sind pflanzliche Arzneistoffe, die die Kontraktionskraft des Herzens steigern und die Herzfrequenz senken. Beispiel: Digitalis.

[6] Symptom der Linksherzinsuffizienz mit Blutstau in den Lungen & Atemnot.

[7] die Schuhe werden zu eng, das Bund der Socken drückt sich ein, eine Druckstelle verbleibt nach dem Eindrücken.

[8] nächtliches Wasserlassen

[9] erhöhter Druck im Lungenkreislauf mit Vergrößerung & Verdickung der rechten Herzkammer.

Faustregel: Ein Rauchstopp im Alter von 30, 40, 50 oder 60 Jahren verlängert das Leben um 10, 9, 6 oder 3 Jahre. Nichtraucher haben gegenüber Rauchern ein um 75% vermindertes Risiko bezogen auf den ersten Herzinfarkt.

 

[11] engl.: Pacemaker

[12] Umgangssprachlich auch kleiner Schlaganfall oder Vorschlägle genannt