Menu
P

Neurologie, Kopfschmerzen, Migräne




    Wo die Sonne nicht hinkommt, ist der Doktor nicht fern. (Italienisches Sprichwort)

 

Ausgewählte Krankheiten des Nervensystems

Kopfschmerzen (Cephalgie)

Es werden unterschieden:

  • Spannungskopfschmerz
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Migräne
  • ... und eben einfach Kopfschmerzen, die sich nicht einordnen lassen

 

Vorbemerkung:

Grundsätzlich will der an Kopfschmerzen Leidende seine Kopfschmerzen schnellstmöglich wieder los werden, da diese sein Fühlen, Denken und Handeln in Bezug zur Umwelt erheblich verändern oder einschränken können. Fast jeder hat schon Kopfschmerzen erlebt.

 

Einige Menschen haben jedoch Jahre, Jahrzehnte oder fast ihr Leben lang mehr oder weniger starke Kopfschmerzen. Sie sprechen dann nicht mehr darüber, und außer einem Therapeuten oder dem Ehepartner erfährt niemand etwas von der ständigen Qual.

 

Andere Menschen reagieren schon bei nur vorübergehende Kopfschmerzen heftig auf ihre Umwelt oder klagen diese vielleicht sogar deswegen an. Dazwischen gibt es naturgemäß unzählige Varianten.

 

 

Ursachen:

Es gibt „100 Gründe“ für Kopfschmerzen, doch stets sollte bei andauernden Kopfschmerzen zunächst das Schlimmste bedacht werden: Ein raumfordernder Tumor, ein Abszess, eine Blutung oder ein Aneurysma. Das gilt insbesondere, wenn die Kopfschmerzen ohne äußere erkennbare Ursache relativ gleich stark bleiben, die Schmerzen auch durch Medikamente fast nicht nachlassen und die Lokalität gleich bleibt. Auch ein (ansonsten unbemerkter) Schlaganfall kann Kopfschmerzen verursachen.

 

Hierbei sind die klassischen Untersuchungsmethoden wie Röntgen, CT, MRT, EEG usw. sehr hilfreich.

 

Können die oben genannten Ursachen ausgeschlossen werden, sollte systematisch von oben nach unten gesucht werden (die Auflistung ist naturgemäß unvollständig). Meist liegt die Ursache außerhalb des Kopfes. Manchmal findet sich keine Ursache.

 

 

 

Kopfbereich

Infektion (Meningitis), Sonnenstich, Augen (falsche Brille, Glaukom), Nebenhöhlen (Entzündung), Zähne und Kiefer (Metalle, Tote Zähne, falsche Prothese, ...), Ohrstecker, Neuralgie, Infektion (Tropenreise, Meningitis, Parasiten), Unfall (Epi- / Subdurales Hämatom), ...

 

Hals und Schultergürtel, Wirbelsäule

Chronische Verspannung, Schleudertrauma, Wirbelluxation, Skoliose, Kyphose.

 

Chronische asymmetrische Belastung, ungeeignetes Bett / Matratze, wirbelsäulenschädigendes Schuhwerk.

Arbeitsplatzbelastungen (z. B. lange starr am Computer sitzen), ...

 

Innere Organe

Blutdruckschwankungen, Hypertonie, Hypotonie, gestörte Lungenfunktion (Sauerstoffmangel), hormonelle Störungen, Schwangerschaft, Nierenstörungen.

 

Gestörte Verdauungstätigkeit, chronische Verstopfung (kann alles auch Ursache für Migräne sein!)

 

Nahrungsmittel

Falsche Ernährung, allergische Reaktion auf Lebensmittel (Milchprodukte!), Glutamat (kann Ursache für Cluster-Kopfschmerz sein).

 

Süchte bzw. Missbrauch von Drogen, Alkohol, Zigaretten, Zucker. Diverse Mangelzustände.

 

Entzug von bestimmten Lebensmitteln (Kaffee, Milch, Schwarzem Tee, Zucker, ...)

Chemikalienbelastungen

Kosmetika, Zahnpasta, Haarwaschmittel, Baustoffe, Abgase, Putzmittel, ...

 

Medikamentennebenwirkungen

(alle Medikamente abfragen, NW beachten). Insbesondere Schmerzmedikamente können Schmerzen verursachen.

 

Achtung: Jahrelang eingenommene Medikamente können leicht vergessen werden, da die Einnahme kaum noch bemerkt wird!

 

Diverse Medikamente werden nicht als solche empfunden (Bsp.: Hustenbonbons, Erfrischungsbonbons, ...)

Entspannungskopfschmerz

Nur im Urlaub und am Wochenende, wenn die Anspannung nachlässt.

 

Wetterabhängigkeit.

 

Psyche

Belastende Lebens- / Arbeitsplatzsituation, Mobbing.

 

Schwelende Probleme, Traumatisches Erlebnis.

 

Verlust, Ängste, ...

 

 

Infektionen

Übelkeit / Erbrechen gleich welcher Ursache gehen oft mit Kopfschmerzen einher.

 

Virusinfektionen erzeugen häufiger Kopfschmerzen als bakterielle Infekte.

 

Bei der Anamnese beachten

Stets die Art, Häufigkeit, Dauer und Lokalisation abfragen.

 

 

 

 

Migräne

Kopfschmerzen und Migräne sollten eigentlich zu den neurologischen Krankheiten gegliedert werden. Da es sich aber oft um Durchblutungsstörungen handelt, die ähnlich wie beim Morbus Raynaud zu heftigen Schmerzen führen können, werden sie teilweise schon an dieser Stelle besprochen.

 

  • Rund 70% der Bevölkerung geben an, unter Kopfschmerzen zu leiden!

 

Definition:

Anfallsweiser, meist halbseitiger starker Kopfschmerz mit Übelkeit, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit.

 

Ursachen:

Wenngleich keine wirklichen Ursachen bekannt sind, kann eine familiäre Häufung in 50% der Fälle beobachtet werden.

Auslösende Faktoren können sein: Wetteränderung, psychische Belastungen oder Entlastung (z. B. „Wochenend-Migräne“), Alkohol, Wirbelsäulenveränderungen, Medikamente incl. der „Pille“, Menstruation.

 

Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

 

 

Symptome:

Ein Migräneanfall kann mit einer kurzen Phase depressiver Verstimmung, Reizbarkeit, Unruhe und Appetitlosigkeit beginnen. Bei 10-20% der Patienten kommt es zu einer so genannten Aura, einer Art „Wahrnehmungsstörung“ oder erweiterter Wahrnehmung (siehe Bilder à).

 

Üblicherweise folgen die Symptome dem unter „Definition“ schon beschriebenen Muster, außer dass der Halbseitenkopfschmerz die Seite wechseln kann. Die Attacken können täglich oder auch im Abstand von mehreren Monaten auftreten.

 

Therapie:

  • Auslösende Faktoren ermitteln und möglichst meiden.
  • Halswirbelsäule prüfen.
  • Naturheilkundliche Therapien helfen in der Regel besser als Schmerzmittel.
  • Leber unterstützen.
  • Entspannungstechniken üben.

 

 

Analgetikakopfschmerz

An einer Migräne Leidende entwickeln oft durch regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln so genannte Analgetikakopfschmerzen (Analgetika = Schmerzmittel).

 

Schon 8 Gramm Paracetamol (10 bis 15 Tabletten) oder 50 Gramm Acetylsalicylsäure (Aspirin, 50 bis 100 Tabletten) monatlich können hierfür ausreichen, wenn diese über mindestens 3 Monate in Folge eingenommen wurden.  Paracetamol ist zudem in hohen Dosen lebertoxisch.

 

 

 

 

Clusterkopfschmerz

Cluster = Gruppe, da dieser Kopfschmerz typischer Weise in einem fest umschriebenen Rahmen halbseitig oder in einem Teil der Stirn wahrgenommen wird.

 

Diese Sonderform des Kopfschmerzes hat eine Dauer von ¼ bis 3 Stunden, mit heftiger Intensität und läuft in bis zu 8 täglichen Attacken ab.

 

Symptome:

  • Heftigste Kopfschmerzattacken in Abhängigkeit mit bestimmten Auslösern (siehe Ursachen).
  • Begleitsymptome: Tränenfluss, Augenrötung, Schwitzen im Gesicht.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

 

Ursachen:

  • Alkohol selbst in kleinsten Mengen
  • In der Phase des Aufwachens
  • Wetterwechsel
  • Viele Menschen mit Clusterkopfschmerz beobachten, dass ihr Leiden durch Chemikalien in der Nahrung ausgelöst werden, unter anderem durch Glutamat.

Demenz und Morbus Alzheimer

Definition:

Fortschreitender Verlust von früheren kognitiven Fähigkeiten. Beeinträchtigt werden zunächst die Gedächtnisleistungen, später die Intelligenz, dann die Orientierung und schließlich findet eine große Veränderung der Persönlichkeit statt.

 

Typischer Weise wird bei Demenz die Vergangenheit immer mehr als „Gegenwart“ empfunden. Oft wird durch die eigene Biographie „rückwärts“ gelebt (z. B. die eigenen Kinder werden nicht mehr als solche erkannt, dafür evtl. ein Kontakt mit bereits verstorbenen Eltern eingefordert, Rahmenbedingungen einer früheren Arbeitsstelle werden eingefordert etc.).

 

  • Die Ursache vieler Demenzen sind Nebenwirkungen von über sehr lange Zeit eingenommenen Medikamenten und / oder Chemikalien in Nahrungsmitteln oder deren Wechselwirkungen. Weiterhin werden gastrointestinale Störungen und Slow virus-Infektionen vermutet.

 

  • Eine Sonderform der Demenz ist Morbus Alzheimer: Hier findet eine messbare Rückbildung der Gehirnmasse statt. Alois Alzheimer hatte festgestellt, dass bei einigen Dementen das Gehirn nach dem Tod bis zu einem Drittel weniger Gewicht hatte. Später wurden weiterhin Amyloidablagerungen im Gewebe gefunden, was frei mit „Eiweiß-Vermüllung“ übersetzt werden darf.

 

  • Die Diagnose „Altersdemenz“ ist unzulässig, da Alter keine Krankheit ist und daher keine Begründung für das Auftreten dieser Krankheit darstellt.

 

Ein dementer Mensch ist in Gefahr, alles zu verlieren, was er besitzt, schließlich sogar seine Würde.

 

 

 

Parkinson-Syndrom

Definition:

Degeneration dopaminerger Neurone in der Substantia nigra des Gehirns (Extrapyramidales System).

 

Stadien:

  • Akinese: Verlangsamung, leise, monotone Sprache, Kleine Schritte, gebückte Haltung, schlurfender Gang, Schrift wird kleiner. Fallneigung.
  • Rigor = Steifheit, insbesondere der Nackenmuskeln
  • Tremor = Ruhezittern: grobschlächtiger Ruhetremor, der beim Schreiben und Gehen wegfällt. Die Schrift wird nicht zittrig.

 

 


Multiple Sklerose (MS)

Definition:

Entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems mit Entmarkung.

 

„Sklerose“ bedeutet „Verhärtung“. Da hier keine Sklerose vorliegt, ist der Name der Krankheit falsch; „multipel“ bedeutet „vielfach“, was ebenfalls zur Krankheitsbeschreibung kaum geeignet ist. Die Krankheit müsste eigentlich „Entmarkungssyndrom“ heißen.

 

Autoimmunkrankheit: Das eigene Immunsystem richtet aus unbekannten Gründen Schaden an den Markscheiden der zentralen Nervenzellen an. Die Krankheit verschlimmert sich typischer Weise in Schüben und kann im Rollstuhl enden.

 

Ursachen:

  • Die Ursachen gelten als unbekannt.
  • Es werden in letzter Zeit Infektionen mit Chlamydien beobachtet, die zur MS führen können.
  • Diskutiert wird unter anderem MS als die Folge von Impfungen

 

 

Epilepsie

Definition:

Exzessive Entladungen von Neuronen im Gehirn

 

 

Ursachen:

Die Ursachen sind unbekannt.

  • Vermutet werden Gehirnerkrankungen
  • Traumata
  • Entzündungen, Blutungen, Tumoren
  • Stoffwechselstörungen des Blutzuckers oder der Mitochondrien
  • Impfschäden
  • Medikamente können als NW das Auftreten einer Epilepsie fördern, z. B. Barbiturate, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden sowie Psychopharmaka

 

 

Unterschieden werden der

  • Grand mal (Großes Übel) = Großer Anfall mit Aura, Krämpfen im ganzen Körper, ggf. Zungenbiss
  • Petit mal (Kleines Übel) = Kleiner Anfall, meist ohne Aura, ohne Zungenbiss, kürzerer und leichterer Verlauf (veraltete Bezeichnung!)
  • Status epilepticus = andauernder epileptischer Zustand über 20 Minuten
  • Anfallsserien = Rasche Serie von Anfällen hintereinander

 

 

Die Einteilung der Anfallsformen von Epilepsie befindet sich derzeit im Wandel.