Stoffwechselkrankheiten
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist die häufigste und zugleich teuerste metabolische Erkrankung weltweit. Die Zahl der Betroffenen nimmt seit Jahren drastisch zu, ebenso die Belastungen für die Gesundheitssysteme. Auf einigen pazifischen Inseln sind über 60 % der Bewohner an Diabetes erkrankt. In Brasilien sind 11%, in Deutschland 9% und in der Schweiz 6% der Bevölkerung davon betroffen.[1]
Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 werden mit den endokrinologischen Erkrankungen besprochen.
Adipositas = Übergewicht
Adipositas ist eine Stoffwechselerkrankung mit hoher hormoneller Aktivität innerhalb des Fettgewebes.[2] Tritt sie gemeinsam mit Diabetes, hohem Blutfettspiegel und Hypertonie auf, werden diese Befunde als metabolisches Syndrom zusammengefasst.
Auch Adipositas gehört zu den häufigen chronischen Stoffwechselerkrankungen weltweit und stellt ein zentrales Gesundheits- und Kostenproblem für alle Gesellschaften dar. Die Zahl der Betroffenen nimmt in fast allen Ländern sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen seit Jahren deutlich zu. Die Spitze bildet der Inselstaat Nauru im Pazifik mit 70% adipösen Erwachsenen; in den USA liegt der Anteil bei 40%.
Ursachen
- Chronischer Bewegungsmangel, ballaststoffarme Kost, hochverarbeitete Lebensmittel und das ungünstige Verhältnis zwischen hoher Energiedichte und mangelndem Kalorienverbrauch.
- In den Industrieländern verursachen endogene Ursachen, also genetisch oder endokrin bedingte Adipositas, nur 1,5% der Fälle. Dazu gehören Hypothyreose, Morbus Cushing und Störungen der Hypophyse.
Die WHO definiert Adipositas seit dem Jahr 2000 als eigenständige Krankheit. Sie wurde mit den Erkrankungen der Verdauungsorgane besprochen.
Störungen des Fettstoffwechsels
Definition
Erhöhte Blutfette und Cholesterinspiegel gehören zu den Störungen des Fettstoffwechsels. Bei diesen Erkrankungen steigt die Konzentration der Blutfette über die empfohlene Norm und erhöht das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen.
Ursachen
- ungesunde Ernährung, zu viel tierisches Fett, Zucker & Alkohol
- Kombination aus Bewegungsmangel und Adipositas
- genetische Fettstoffwechselstörungen
- Diabetes, Leber‑, Nieren‑ oder Schilddrüsenerkrankungen
- Medikamente wie Blutdrucksenker, Hormonpräparate wie Cortison, Psychopharmaka und Kontrazeptiva
Störungen der Schilddrüsenfunktionen
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) werden bei den endokrinen Krankheiten besprochen.
Gicht = Podagra
Definition
Gicht ist eine Purinstoffwechselstörung, bei der sich Harnsäurekristalle (Uratkristalle) in verschiedenen Geweben, vor allem in den Gelenken, ablagern und dort Entzündungen auslösen.
Ursachen
- Purinreiche Mahlzeiten wie Fleisch, Innereien, Fisch, Meeresfrüchte
- Alkohol, insbesondere Bier und hochprozentige Getränke
- viel Zucker und fruktosereiche Getränke
- angeborene Stoffwechselstörungen
Symptome
- plötzlich einsetzende, starke Gelenkschmerzen, meist nachts, häufig zuerst am Grundgelenk des großen Zehs (Podagra)
- stark geschwollene, überwärmte, gerötete und hochberührungsempfindliche Gelenke
Labor
- Männer: > 7 mg/dl Harnsäurespiegel im Blut
- Frauen: > 5,7 mg/dl Harnsäurespiegel im Blut
Therapie
- Vermeidung purinreicher Lebensmittel[3]
- Alkoholverzicht
- Allopurinol zur Senkung des Harnsäurespiegels
Komplikationen
- Gelenkrheumatismus
Differentialdiagnose
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
[1] Alle hier genannten Angaben zu Ländern und prozentualer Verteilung sind naturgemäß im Wandel. Sie entsprechen ungefähr dem Stand von 2024 - 2025.
[2] Adipöses viszerales und subkutanes Fettgewebe wirkt nicht nur als passiver Energiespeicher, sondern auch als endokrines Organ. Es produziert zahlreiche Adipokine wie Leptin, Adiponektin und entzündungsfördernde Zytokine, die den Zucker‑, Fett- und Energiestoffwechsel sowie systemische Entzündungsprozesse modulieren.
[3] Fleisch und Innereien enthalten sehr viele Purine und gesättigte Fette, die den Harnsäurespiegel stark erhöhen und Gichtanfälle begünstigen. Pflanzliche Purinquellen wie Bohnen wirken trotz Purinanteil deutlich günstiger, weil sie ballaststoffreich sind und den Harnsäurestoffwechsel weniger belasten.

