Dermatologie = Hautkrankheiten

Als größtes Organ dient die Haut als Schutzbarriere gegen äußere Einflüsse, ist jedoch auch für eine Vielzahl von Erkrankungen anfällig. Diese können durch genetische Faktoren, Infektionen, Umwelteinflüsse oder immunologische Fehlregulationen ausgelöst werden und manifestieren sich häufig durch Rötungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schuppenbildung.

 

Hautkrankheiten können für Betroffene mit erheblichem Leidensdruck verbunden sein; das Sprichwort „Es ist zum aus der Haut fahren“ ist ein Synonym dafür.

 

Psoriasis = Schuppenflechte

Definition

Eine überstürzte Neubildung der Epidermis führt zur sichtbaren Schuppenbildung. Die Wanderzeit der Hautzellen von der Basalmembran bis an die Oberfläche beträgt nur 4 statt 28 Tage.

 

Ursachen

  • bislang unbekannt
  • Autoimmun? Allergie? Stoffwechselstörung?

Psychischer Stress fördert die Ausbruchsphasen.

 

Symptome

  • schubweiser Verlauf.
  • von kleinen Herden bis hin zur ganzen Haut kommt es zu scharf umrissenen, rötlichen Flecken mit silberweißen Schuppen
  • oft lebenslang anhaltend

 

Therapie

  • Ernährungsumstellung
  • Stress entschärfen, Traumata abbauen
  • Cortison-Salben heilen nicht, lindern aber die Symptomatik
  • EM = Effektive Mikroorganismen

 

Komplikationen

  • Blutaustritte
  • unerträglicher Juckreiz
  • Superinfektion durch, insbesondere nächtliches, Kratzen

 

Differentialdiagnose

  • Neurodermitis, Milchschorf und Ekzeme können verwechselt werden.
  • Blutaustritte nach vorsichtigem Abheben der Schuppen sind beweisend für Psoriasis.

 

Neurodermitis = Atopisches Ekzem = Ekzem

Definition

Nicht ansteckende Juckflechte der Haut.

 

Ursachen

Allergene oder Noxen verursachen heftigen Juckreiz der Haut. Besonders betroffen sind Menschen in Berufen mit häufiger Exposition gegenüber reizenden oder allergenen Stoffen, etwa im Friseurhandwerk, im Bäckerhandwerk, in der Pflege sowie im Baugewerbe. In den letzten Jahren erkranken zunehmend auch Kinder.

 

Nickel, Reinigungsmittel, Nahrungsmittel, Konservierungsmittel, Pilzgifte und vieles mehr kann zu allergischen Reaktionen der Haut führen. Meist ist das Immunsystem, zumindest aber die Abwehrfunktion der Oberhaut, überlastet.

 

Symptome

Rötung der Haut bis hin zu Hautdegenerationen.

 

Therapie

  • Noxen meiden
  • Allergene ausschalten
  • Immunsystem stärken
  • EM

 

Komplikationen

Superinfektionen durch Kratzen

 

Diagnostik

Der Epikutantest dient zur Feststellung der Ursachen.

 

 

Urtikaria = Nesselsucht

Die Brennnessel heißt Urtica urens. Es ist bekannt, welche Reaktion auf eine Berührung der Blattränder folgt: Juckreiz und Quaddeln. Daher der Name dieser Krankheit.

 

Definition

  • stark juckende Quaddel-Eruptionen
  • das Erscheinungsbild kann sehr unterschiedlich sein

 

Ursachen

  • allergisch: Pollen, Hausstaub, Nahrungsmittel, Medikamente, Insektenstiche, Kontakt mit Pflanzen[1]
  • physikalisch: Scheuerstellen der Kleidung, Sonnenlicht, Kälte, Wärme
  • Histamin-Ausschüttungen der Haut verursachen eine lokale Entzündung

 

Symptome

Juckende Rötung und Quaddeln der Haut.

 

Therapie

  • zinkhaltige Salben, Penaten-Creme
  • Antihistaminika, Cortison
  • Auslöser meiden

 

Differentialdiagnose

  • juckende Quaddeln sind beweisend

Fußpilz

Definition

Pilzinfektionen an Füßen, Zehenzwischenräumen und Nägeln.

 

Ursachen

  • Diabetes mellitus
  • Abwehrschwäche
  • feuchtes Milieu in Strümpfen und Schuhwerk
  • Antibiotika, Zytostatika
  • Superinfektionen mit Streptokokken erschweren die Behandlung

Fußpilz ist in der Regel nicht ansteckend.

 

Symptome

  • Rötung, Schuppung
  • Juckreiz, nässende Ekzeme

 

Therapie und Prophylaxe

  • Trockenlegung, lokales Schweißklima meiden
  • Schuhe in Schwimmbädern und Hotelzimmern tragen
  • Lavendelöl, Propolis
  • Wäsche mit 60 Grad waschen, um Sporen zu beseitigen
  • bei Nagelpilz: Teebaum- und Arganöl
  • Ansteckung von Nagel zu Nagel vermeiden

 

Socken rechts und links nicht vertauschen, Socken täglich wechseln.

 

 

Tätowierung

Tätowierungen durchdringen die Hautbarriere, wodurch Erreger leichter eindringen und Infektionen oder Entzündungen entstehen können.

 

Die in die Dermis eingebrachten Farbpigmente verbleiben langfristig im Gewebe und können bei empfindlicher Haut allergische Reaktionen, Knotenbildungen oder andere chronische Hautveränderungen auslösen.

 

Zusammensetzung und Langzeitwirkungen vieler Tattoo-Farben sind unzureichend erforscht, sodass mögliche Effekte auf Hautfunktionen und allgemeine Gesundheit nur begrenzt abschätzbar sind.

 

 

[1] Brennnessel, Riesenbärenklau, Wiesenbärenklau, Engelwurz, Becherprimel und viele mehr.